Menschen mit Behinderung litten ausgesprochen stark unter den Einschränkungen, welche die Corona-Pandemie bedingte. Das führte der Vorsitzende Lebenshilfe Südschwarzwald, Wulf Schmidt, im Rahmen der ordentlichen Jahreshauptversammlung des Vereins vor Augen.

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2020 sei ein „bitteres Jahr“ gewesen. Vor allem Menschen mit Behinderung litten infolge entsprechender Verbote unter fehlenden Begegnungen, Einsamkeit und wegbrechender Tagesstruktur. „Gerade Begegnungen sind für die Würde der Menschen unabdingbar“, bedauerte der Vorsitzende. Wie stark sie darunter litten veranschaulichten anwesende Vereinsmitglieder.

Auf Unverständnis stießen bei diesen unter anderem die ungleichen Regeln und Verbote der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut. Während im einen Fall eine Gruppe gemeinsam verreisen durfte, waren im anderen Fall sogar Zusammenkünfte vor Ort untersagt. Auch etliche Mitarbeiter der Lebenshilfe waren von den Auswirkungen der Pandemie betroffen, sei es durch Kurzarbeit oder vereinzelten Entlassungen, erläuterte Wulf Schmidt. Nichtsdestotrotz blickt der Vorsitzende optimistisch in die Zukunft und versprach: „Wir bauen wieder auf, was unter Corona verloren gegangen ist.“

Der Bericht des Geschäftsführers verdeutlichte die Unwägbarkeiten, die mit der Pandemie einhergingen. Kindergärten wurden kurzfristig geschlossen, dann wiederum musste ebenso spontan eine Notbetreuung eingerichtet werden. „2020 war nicht einfach. Viele hatten Angst vor jeglichen Kontakten. Kein Sport, keine Reisen, keine Freizeitaktivitäten waren mehr möglich, stattdessen mussten wir Stornogebühren für abgesagte Unterkünfte bezahlen“, fasste Uli Pfeiffer zusammen. Die Einweihungsfeier für die neuen Geschäftsräume in Titisee-Neustadt konnte ebenso wenig stattfinden. Er vermutet sogar, dass erst 2023 alles wieder im gewohnten Rahmen stattfinden kann. Positiv wertet er die ausgesprochen gute Nachfrage nach der Dobelmühle. Personelle Veränderungen, die Einführung einer privaten Rentenvorsorge für alle Mitarbeiter, der Ausbau der Frühförderung, Wasserfragen in der Dobelmühle sowie umfassende Maßnahmen gegen Hackerangriffe waren Themenschwerpunkte des zurückliegenden Geschäftsjahres.

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Das schloss der Verein trotz wegbrechender Einnahmen mit einem Überschuss von 103.000 Euro ab. Uli Pfeiffer sieht darin ein unerlässliches Polster für die Finanzierung anstehender Projekte. Reiner Stärk hatte den Kassenbericht geprüft. Der Wirtschaftsprüfer kündigte in dem Zusammenhang nach 31 Jahren Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe seinen altersbedingten Rückzug an. Die Zusammenarbeit mit der Reiner Stärk GmbH könne jedoch fortbestehen, da sein Sohn das Unternehmen weiterführe. Auch Geschäftsführer Uli Pfeiffer wird im August kommenden Jahres die Lebenshilfe verlassen und in den Ruhestand treten.