Bonndorf – Der neue Mörtel lässt die Mauern der Ruinen Roggenbach und Steinegg hell erscheinen. Das letzte Gerüst am Südturm der Ruine Roggenbach ist verschwunden, der Schrägaufzug zur Ruine abgebaut. Die Baustelleneinrichtung am Fuß des Burghügels ist abgezogen und der Platz wiederhergestellt. Dieser Tage trafen sich die Beteiligten vor Ort zu einer Abschlussbesprechung.

Im Frühjahr 2019 hatten die Sanierungsarbeiten begonnen. Die Hauptaufgabe der Männer der Firma SJR-Spezialtiefbau aus Sachsen bestand darin, den alten Mörtel aus den Fugen des Mauerwerks zu lösen und durch einen Spezialmörtel zu ersetzen.

Die Ruine Steinegg mit dem Turm und dem markanten spitzen Mauerrest.
Die Ruine Steinegg mit dem Turm und dem markanten spitzen Mauerrest. | Bild: Friedbert Zapf

„Das hört sich einfacher an, als es war“, so Falko Kroh, der Bauführer. „Auf der abgelegenen, unwegsamen Baustelle ohne Wasser- und Stromanschluss wurde uns technisch und logistisch einiges abverlangt.“ Die Gerüste mussten mit einem Schrägaufzug zur Ruine Roggenbach hinaufgeschafft werden. Der Spezialmörtel wurde am Fuß des Burghügels gemischt und in die Türme gepumpt. „Und trotz dieser Herausforderungen sind wir im Zeitplan geblieben“, freute sich Erwin Schwing von der Ingenieurgemeinschaft Bauwerkserhaltung, der die Gesamtleitung hatte. Man sei aufgrund des günstigen Wetters sogar etwas schneller fertig geworden als geplant. Dabei sei bei der Projektierung zunächst gar nicht absehbar gewesen, dass das bauliche Zeitfenster wegen des Natur- und Artenschutzes überaus eng sein würde. „Mit Rücksicht auf die Fledermäuse und Wanderfalken konnten wir jeweils erst sehr spät im Frühjahr beginnen, mussten aber lange vor Wintereinbruch aufhören, da der Mörtel keinen Frost verträgt.“

Die beiden Vertreter des ehrenamtlichen Vogelschutzes bestätigten, dass sich diese Rücksichtnahme aber gelohnt habe, die geschützten Vogelarten konnten erfolgreich brüten. Auch Luis Ramos, der Ökologische Baubegleiter und Experte für die Fledermäuse berichtete Positives über die Sanierungsarbeiten. Da diese Tiere ihre Wohnstätten verloren hätten, nämlich die klaffenden Spalten, seien am Nordturm der Ruine Roggenbach Ersatzquartiere ins Mauerwerk eingebaut und Fledermauskästen aufgehängt worden. Mit seinem Detektor konnte Ramos inzwischen zahlreiche Fledermausarten feststellen, darunter auch die Mops- und die seltene Zwergfledermaus. „Der sanierte Turm wird wieder aufgesucht, und die Ersatzquartiere scheinen den Fledermäusen zu gefallen.“

Am Südturm der Ruine Roggenbach, dem früheren Aussichtsturm, soll wieder eine Treppe angebracht werden. Projektleiter Erwin Schwing (vorn, links) von der Ingenieursgemeinschaft Bauwerkserhaltung inspizierte die Baustelle.
Am Südturm der Ruine Roggenbach, dem früheren Aussichtsturm, soll wieder eine Treppe angebracht werden. Projektleiter Erwin Schwing (vorn, links) von der Ingenieursgemeinschaft Bauwerkserhaltung inspizierte die Baustelle. | Bild: Friedbert Zapf

Markus Sieber von der Bauverwaltung des Landes (VBA) freute sich, dass der Kostenrahmen von 2,4 Millionen Euro gut eingehalten worden sei. Und Markus Sieber bestätigte, dass der Südturm der Ruine Roggenbach, der frühere Aussichtsturm, auch wieder eine Treppe erhalten soll. „Wir hätten diese Stahlwendeltreppe längst angebracht, aber wir finden derzeit keine Fachfirma, die uns die Treppe baut“, sagte Markus Sieber etwas resigniert.