Kabarett haben die Pflumeschlucker beim Schlossfest in Bonndorf präsentiert. Viermal traten die Akteure des Fasnachtsvereins im Narrenschopf auf die Bühne und begeisterten ihr Publikum. Allein schon die Anmoderation von Paul Müller geriet zum Kracher, gab er doch den berühmten roten Faden, den jede Darbietung braucht, direkt ans Publikum weiter, das sich willfährig einspannen lässt. Zweifelsfreier Höhepunkt war die musikalische Charme-Offensive des in einem silbern glitzernden Jackett gewandeten Alex Matt. Die Rolle des Herzensbrechers scheint dem Vize-Narrenvater auf den Leib geschrieben zu sein, die Damenwelt schmachtete ob solch unwiderstehlicher Avancen dahin und vergaß dabei völlig, dass sich alles doch bloß um ein Heringsdösle dreht.

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Lothar Ketterer indes befasste sich mutig und ziemlich ernst in schrill-buntem Hemd mit allgegenwärtigen Personalnöten. Wohingegen Wolfgang Knaak skurril seine beängstigend frustrierenden Erfahrungen mit Fernbedienung und Dusch-WC zum Besten gab. Manch einer der männlichen Zuschauer dürfte da beinahe physisch mitgelitten haben.

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Zur Melodie von „Seasons In The Sun“ blickten Norbert Rheiner und Harald Meier nostalgisch zurück auf Zeiten, als das hiesige Schwimmbad noch 18 Grad kaltes Wasser und ein Sprungbrett hatte, man sich auf dem Hartplatz im Waldstadion offene Knie holte und junge Leute ohne soziale Medien klar kamen. Damals entschied sich außerdem noch beim Flaschendrehen, wer wen küsste.

Humorvoll-dümmlich gaben sich dann die „zwei Buebe ussm Wuetachtal“. Narrenvater Clemens Podeswa und Karl-Heinz Strauß schlüpften in diese ulkigen Rollen und gewährten musikalisch und humorvoll Einblicke in die Denkstruktur der zwei „Buebe“, die auch schon mal Krampfadern für eine Tätowierung halten. Fetzig tanzend indes präsentierten sich dann im schwarzen Anzug die einzigartigen „Blues Brothers“, die in Wirklichkeit nicht Brüder, sondern Vater und Sohn sind, nämlich Karl-Egbert und Jan Jost.

Wer das Schlossfest-Kabarett diesmal nicht miterleben konnte, hat zweifelsohne einen der kulturellen Höhepunkte dieser Veranstaltung verpasst. Verstehen es die Bonndorfer Narren doch immer wieder auf glänzende Art und Weise, aktuelles Zeitgeschehen in eine unterhaltsame und witzige Bühnenshow umzusetzen.