Besser hätte die Stimmung nicht sein können beim Schlossfest in Bonndorf. Rekordverdächtige Besucherströme drängten bereits am Samstagnachmittag zur Festmeile beim Schloss. Viele hundert Helfer sorgten dort für die Bewirtung der Gäste, 17 verschiedene Musikformationen spielten für die Unterhaltung. Das Sommerwetter mit einer lauen Nacht tat ein Übriges, damit das 37. Schlossfest einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Es war so, als hätten sich nach zweijähriger Zwangspause nicht nur alle Akteure, sondern auch Petrus besonders ins Zeug gelegt.

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Vielseitig waren sowohl das kulinarische Angebot als auch die Stilrichtungen der musikalischen Darbietungen, aber auch die sportlichen Vorführungen der Turnerinnen des TuS Bonndorf. Von zünftiger Blasmusik über Stimmungsschlager oder kernigen Rock bis hin zu eher sanftem Pop und Folk gab es an den verschiedenen Schauplätzen vom Stadthallenparkplatz bis zum Schlosshof an beiden Tagen viele verschiedene Musikrichtungen zu hören.

Schier kein Durchkommen war auf der Festmeile rund ums Schloss. Allerorten herrschte Feierlaune.
Schier kein Durchkommen war auf der Festmeile rund ums Schloss. Allerorten herrschte Feierlaune. | Bild: Martha Weishaar

Tausende Besucher wogten dazwischen hin und her, zeitweilig gab es an Engstellen praktisch kein Durchkommen mehr. Zu später Stunde verlagerte sich das muntere Treiben zusehends in die Bars. Scharen von Kindern tummelten sich bis in die Abendstunden hinein im Schlossgarten, wo Riesenrutsche, Bungee-Trampolin und ein riesiger Sandkasten Spaß garantierten. Einmal mehr erwies sich das Schlossfest als Publikumsmagnet, weit über die Stadtgrenzen Bonndorfs hinaus. Auch viele, die hier aufgewachsen sind und ihren Lebensmittelpunkt längst woanders haben, kehrten zu diesem Spektakel in die alte Heimat zurück.

Die Turnerinnen des TuS Bonndorf boten an den beiden zentralen Festplätzen eine grandiose Vorführung und lockten damit hunderte Besucher ...
Die Turnerinnen des TuS Bonndorf boten an den beiden zentralen Festplätzen eine grandiose Vorführung und lockten damit hunderte Besucher vor die Bühnen. | Bild: Martha Weishaar

Premiere hatte Bürgermeister Marlon Jost mit dem Fassanstich. Unter wachsamen Blicken sämtlicher Vereinsvertreter und Sponsoren meisterte er diesen gemeinsam mit seinem Amtskollegen Frédéric Drevet aus der Partnerstadt La Voge-les-Bains bravourös.

Die Bürgermeister können es: Frédéric Drevet (rechts) aus der Partnerstadt La Voge-les-Bains und Marlon Jost übernehmen erstmals ...
Die Bürgermeister können es: Frédéric Drevet (rechts) aus der Partnerstadt La Voge-les-Bains und Marlon Jost übernehmen erstmals gemeinsam den Fassanstich zum Schlossfest in Bonndorf. | Bild: Martha Weishaar

Die Freude, endlich wieder feiern zu dürfen, brachte Schlossfestkomitee-Vorsitzender Michael Pfaff ebenso zum Ausdruck wie der Bürgermeister. Beide dankten den vielen fleißigen Frauen und Männern, die zwei Tage lang für die Verpflegung und Unterhaltung sowie die Bequemlichkeit der Besucher sorgten. „Ohne die Vereine wäre dieses Fest nicht möglich“, würdigte Bürgermeister Marlon Jost deren Einsatz. Derweil stimmte die Stadtmusik mit Märschen und Polkas auf zwei Tage ausgelassenes Feiern ein.

Der Sonntag wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst im Schlossgarten eröffnet, den von 250 Gläubige besuchten. Zünftige Frühschoppenkonzerte lockten anschließend wieder die ersten Besucher an. In lockerer Atmosphäre zogen am Nachmittag Straßenmusikanten über das Festareal und sorgten allerorten für Stimmung, ehe es am Abend auf den Bühnen weiterging. Abkühlung und Ruhe konnte man sich zwischendurch in der Kaffeestube der Landfrauen verschaffen.

Die Helfer

Rekordverdächtig war die Anzahl der Helfer. Knapp 800 Arbeitseinsätze kamen an den beiden Festtagen zusammen, mehr als 100 weitere für Auf- und Abbau. Einige Akteure wirkten an beiden Tagen oder in mehr als einem Verein mit. Hinzu kamen Vorarbeiten, wie das Backen von 140 Kuchen und Torten, das Basteln von Dekoration oder das Vorkochen abseits der Zelte. Solcher Einsatz verdient Anerkennung. Denn gäbe es all dieses ehrenamtliche Engagement nicht, wäre ein Schlossfest in dieser Form nicht möglich.

Inwiefern sich das EM-Endspiel auf den Festverlauf auswirkte, war am Abend noch nicht absehbar. Gerne hätten die teilnehmenden Sportvereine eine Live-Übertragung organisiert. Hohe Gema-Gebühren, nach Aussagen von Vereinsvertretern wohl im mittleren vierstelligen Bereich, vereitelten indes diese Pläne.