Rudolf Kopp feiert am Montag, 29. November 2021, seinen 90. Geburtstag, bei bester Gesundheit. Ob Letzteres daran liegt, dass er ein „Waldmensch“ ist? Immerhin ist wissenschaftlich bewiesen, dass der Aufenthalt im Wald der Gesundheit des Menschen förderlich ist. „Waldmensch“ mag für Rudolf Kopp ein wenig übertrieben sein, denn der Mann lebt natürlich nicht im Wald, sondern im Haus bei Tochter und Schwiegersohn. Im Wald indes konnte er Beruf und private Leidenschaft aufs Beste vereinen, fühlte sich dort immer wohl. Selbst heute noch kann er deutlich besser schlafen, nachdem er im Wald unterwegs war.

Das könnte Sie auch interessieren

Unter der Ägide von Forstamtsleiter Ebner erlernte Rudolf Kopp Forstwirtschaft von der Pike auf. Spezialisiert war er aufs Zapfenpflücken. Er ist heute noch stolz darauf, dass er einst im Handumdrehen auf bis zu 54 Meter hohe Tannen kletterte, um deren Zapfen zu ernten, damit aus den darin befindlichen Samen kleine Tännle nachgezogen werden konnten.

Leidenschaftlicher Jäger

Seine Leidenschaft galt gleichwohl der Jagd. Zeitgleich zu seiner Ausbildung als Forstwirt legte Rudolf Kopp die Jagdprüfung ab. 40 Jahre lang war er Jagdaufseher in Boll. Höhepunkt seiner Jägerlaufbahn war der Abschuss zweier Hirsche, die er als Gast während eines Jagdaufenthalts in Ungarn erlegte. Blieb ein Ausflug nach Österreich auch ergebnislos, schoss er anschließend zwei Gämse oberhalb von Bad Boll.

Das könnte Sie auch interessieren

Die schönen Erinnerungen, auch die gelegentlichen Ausfahrten im Auto eines einstigen Jagdfreundes ins alte Revier, tun gut. Ansonsten ist der Alltag für Rudolf Kopp ziemlich still geworden. Seine Frau Elisabeth verstarb bereits vor 15 Jahren. Von den einstigen Schulkameraden, Feuerwehr- oder Blasmusikkollegen leben viele nicht mehr.

„Und einfach so mal an einen Stammtisch gehen, um sich ein bisschen zu unterhalten, geht ja auch nicht mehr. Es gibt ja keine Wirtschaften mehr“, bedauert der Jubilar. Selbst der 90. Geburtstag wird in Anbetracht der Corona-Lage ruhig verlaufen. Davon lässt Rudolf Kopp sich jedoch nicht entmutigen. „Wenn man mit 90 Jahren noch jeden Tag allein aufstehen kann, ist das doch das Schönste“, zeigt er sich zufrieden mit seinem Alltag.