201 Impfdosen gegen das Coronavirus wurden in der Bonndorfer Hausarztpraxis Martina Melcop-Pitsch & Sarah Schenck bei einer außerordentlichen Impfaktion verabreicht. Impfwillige hatten die Wahl zwischen den Vakzinen von Moderna und Biontech.

Eigentlich sollte das Impfen um 8 Uhr starten. Als die beiden Ärztinnen sowie ihre Helferinnen um 6.45 Uhr zur Praxis kamen, standen erste Impfwillige allerdings bereits vor der Tür. Binnen kurzem bildete sich die Schlange der Wartenden bis in die Bergstraße hinein. Um die Menschen nicht unnötig lange im Nasskalten warten zu lassen, startete das Praxisteam eine knappe halbe Stunde vor der Öffnungszeit.

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Um den Ablauf so zügig wie möglich abzuwickeln, unterstützten die Partner der beiden Ärztinnen das Praxisteam organisatorisch. Auf Hilfe vonseiten ihrer Familien konnten sich die Ärztinnen seit Ausbruch der Corona-Pandemie wiederholt verlassen. Bei der Impfaktion am Samstag war denn auch weniger die Women-Power, sondern vielmehr die 15-minütige Wartezeit nach der Impfung das Nadelöhr im Ablauf.

Sarah Schenck zieht am Ende der Impfaktion eine positiv Bilanz.
Sarah Schenck zieht am Ende der Impfaktion eine positiv Bilanz. | Bild: Martha Weishaar

Im Laufe des Vormittags entspannte sich die Situation, so dass planmäßig bis zum Mittag die letzten Impfwilligen immunisiert waren. Sie kamen aus der ganzen Region, sogar aus Freiburg und Schwenningen. Die Altersspanne reichte von zwölf Jahren bis ins vorgerückte Alter. 20 Impfwillige entschieden sich für den Impfstoff von Moderna, alle Übrigen bevorzugten das Vakzin von Biontech. Als erfreulich wertet Sarah Schenck, dass im Rahmen der Aktion 48 Erstimpfungen verabreicht wurden. „Das sind erstaunlich viele“, freute sich die Ärztin.

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Gleichwohl sieht sie für die nahe Zukunft die sichere Bereitstellung von Impfdosen kritisch. „Wir haben bis Ende des Jahres sämtliche Impftermine ausgebucht. Allerdings wird die Zuteilung der Impfstoffe ab kommender Woche gedeckelt. Sollten wir zu wenig Impfstoff zugeteilt bekommen, müssten wir bereits vereinbarte Termine absagen. Es ist dringend erforderlich, dass die Politik es schafft, genügend Impfstoff bereitzustellen“, fordert sie.

Martina Melcop-Pitsch freut sich über die Resonanz auf den Impftag. Bilder: Martha Weishaar
Martina Melcop-Pitsch freut sich über die Resonanz auf den Impftag. Bilder: Martha Weishaar | Bild: Martha Weishaar

Im Hinblick auf Lücken der derzeitigen Corona-Verordnungen sowie der Überlastung der Gesundheitsämter sei die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen mehr denn je gefragt, um die Auswirkungen der Pandemie einigermaßen überschaubar zu halten.

Zum außerordentlichen Impfangebot entschlossen sich die beiden Ärztinnen infolge eines entsprechenden Aufrufs der Kassenärztlichen Vereinigung an alle Hausarztpraxen. Obschon die Mediziner angesichts der pandemischem Entwicklung und den zusätzlichen, Jahreszeit bedingten Infektionskrankheiten unter enormem Stress stehen. Sarah Schenck zieht am Ende dieses samstäglichen Kraftakts positiv Bilanz: „Trotz Wartezeiten von bis zu eineinhalb Stunden waren alle Impfwilligen guter Dinge, geduldig und dankbar dafür, dass sie ohne Voranmeldung so schnell geimpft wurden.“