Das Kabarett mit Rolf Miller in der Stadthalle Bonndorf ist die erste Kulturveranstaltung dort seit Mitte März gewesen. Ursprünglich geplant war der Auftritt am 4. April. Indes stellte die Corona-Krise alles auf den Kopf, Termine mussten abgesagt oder verschoben werden. Momentan sind Veranstaltungen in dieser Größenordnung wieder erlaubt. Gudrun Deinzer, Vorsitzende des veranstaltenden Folk­treffs, wagte sich als Erste in der Region heraus und bot dem Künstler Gelegenheit, sein Gastspiel nachzuholen. Der Erfolg gab ihr recht. 220 Kleinkunstfreunde nutzten das Programm­angebot und freuten sich über die Wiederbelebung des Kulturbetriebes in Bonndorf.

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Für die Vorsitzende und das Veranstaltungsteam bedeutete dies jedoch einen immensen organisatorischen Zusatzaufwand. Die detaillierte Ausarbeitung eines Hygienekonzepts war Grundvoraussetzung. Ein ganzes Wochenende hat Gudrun Deinzer nach eigener Aussage mit der Erstellung des Sitzplans verbracht. Die Zuteilung der Plätze sei nicht einfach gewesen, gab es doch Karten vom Apriltermin, alte und neue Internetreservierungen sowie den aktuellen Vorverkauf.

Mehr als drei Stunden habe das Aufbauteam um Rebecca Kech für die Bestuhlung gebraucht, sodass ausreichende Abstände in alle Richtungen gewahrt und genügend Laufwege frei blieben. Das Bewirtungsteam um Martin Weishaar stellte von Thekenbewirtung auf Servicewagen um und versorgte das Publikum an den Plätzen mit Flaschengetränken sowie verpacktem Laugengebäck. Die Pause wurde minimal kurz gehalten, um die typischen Plaudergrüppchen zu verhindern.

Respekt für den Mut

Die Gäste sahen in diesen veränderten Rahmenbedingungen keinen Nachteil. Unisono wurden die Anordnung der Sitzplätze und die Organisation gelobt. Es herrschte allenthalben Freude darüber, dass es endlich wieder eine Kulturveranstaltung gab. Dem Folktreff wurde Respekt gezollt, dass der Verein diesen Schritt zum jetzigen Zeitpunkt wagte. „Ich finde dieses Engagement ganz toll und die Atmosphäre mit dieser offenen Bestuhlung gut“, sagte eine Besucherin stellvertretend für viele andere. Manch treuer Kleinkunstfan blieb dennoch vorsichtig. „Mir ist das noch zu früh. Ich kann allein schon aus beruflichen Gründen nicht verantworten, unter so viele Leute zu gehen“, war indes an anderer Stelle zu hören.