Noch ist er thematisch nicht vom Tisch, bleibt jedoch ein Wackelkandidat – der Brotlehrpfad bei Bonndorf, der im vergangenen Jahr hätte umgesetzt werden sollen, dann allerdings auf 2021 geschoben worden war und nun erneut als potenzielles Streichprojekt durch das Sparraster im kommunalen Haushalt zu fallen droht. Die Gemeinderäte besprechen in der nächsten Sitzung, ob der vom Naturpark Südschwarzwald für das Projekt zugesagte Zuschuss zurückgegeben wird – es handelt sich um knapp 69.400 Euro.

Die Pläne zur Umsetzung des Projekts liegen derweil beim Stadtbauamt in der Schublade, ein Konzept, wie der Pfad betrieben werden soll, ebenfalls. Infotafeln sollten Erläuterungen zur landwirtschaftlichen Produktion von Getreide auf dem Acker, zur Ernte bis hin zur Mehlveredelung und der Weiterverarbeitung zu Brot geben. Auf einer Plattform im Gewann Giebel sollte eine Aussichtsplattform errichtet werden. Möglich gemacht werden sollten zudem auch Führungen durch Fachleute wie Müllermeister Daniel Blattert.

Der Verlauf

Vorgesehen war, den Pfad an der Donaueschinger Straße in Richtung Lindenbuck beginnen zu lassen und am Schwalbenweg in Richtung Giebel bis auf 850 Meter Höhe zu führen. Dort hätte, erläuterte Jürgen Friedrich vom Stadtbauamt Bonndorf, ein 300 bis 400 Meter langer Schotterweg als Verbindung zu einem Feldweg angelegt werden müssen. Dieser führt weiter nach Wellendingen, dort dann über Im Tännle und die Konstantin-Fehrenbach-Straße zur Blattert Mühle.

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Die Kosten für die Umsetzung des Brotlehrpfads liegen nach Auskunft des Stadtbauamts geschätzt bei etwa 173.400 Euro. Aus dem Stadtsäckel waren knapp 104.000 Euro eingeplant. Einen Brotlehrpfad einzurichten, diese Idee keimte im Bildungszentrum Bonndorf (BZB) bereits 2018. Die Pädagogen Christopher Bäuerle, Jutta Schär und Melanie Boll arbeiteten federführend an dem Projekt, suchten den Schulterschluss zum Stadtverband Bonndorf des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands und auch zu Müller zu Daniel Blattert von der Blattert Mühle in Wellendingen.

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Die Grundidee des Brotlehrpfades ist, Fragen wie „Was macht eigentlich ein Landwirt, wie werden Lebensmittel produziert, wie weiterverarbeitet?“ auf einem kurzweilig und informativ gestalteten Pfad sowie bei Führungen zu beantworten. Der Brotlehrpfad sollte sich thematisch einreihen als ein Lehrstück unter vielen für Schüler des BZB, sich unter anderem mit der heimischen Lebensmittelerzeugung zu beschäftigen. Das Prädikat der Realschule als Naturparkschule war der Bildungseinrichtung im Juli 2019 nach zweijähriger Vorarbeit als Pilotschule im Naturpark Südschwarzwald verliehen worden.