Die hochsommerlich trockenen Wochen hinterlassen Spuren – der Zweckverband Gruppenwasserversorgung Hochschwarzwald schlägt Alarm. Die Quellschüttungen lassen nach, die Versorgung der kommunalen Mitglieder wird vermehrt durch Förderungen aus Tiefbrunnen abgesichert. Bonndorf werde deshalb sämtliche öffentliche Brunnen an den Straßen, die an die Wasserversorgung angeschlossen sind, vom Netz nehmen, bestätigte Bauhofleiter Georg Schanz im Gespräch mit dieser Zeitung.

Am vergangenen Wochenende lief der Bonndorfer Hochbehälter Wacht nahezu leer, vermutlich war das einigen Dauerabnahmen privater Haushalte geschuldet, bestätigte die Stadtverwaltung auf Anfrage. Georg Schanz ruft sämtliche privaten Haushalte zur umsichtigen Wassernutzung auf.

Aus Gewitterwolken – hier ein Blick von der Wacht Richtung Boll zur Wochenmitte – hat die Region Bonndorf kaum etwas abbekommen, wie die Wochen zuvor auch schon.
Aus Gewitterwolken – hier ein Blick von der Wacht Richtung Boll zur Wochenmitte – hat die Region Bonndorf kaum etwas abbekommen, wie die Wochen zuvor auch schon. | Bild: Stefan Limberger-Andris

Das Rasensprengen und Wässern von Hecken beispielsweise sollte derzeit unterlassen werden. Er habe von Harald Böhler, Wassermeister des Zweckverbands Gruppenwasserversorgung Hochschwarzwald, die Auskunft erhalten, dass sich auch in den kommenden Wochen die Quellschüttungen nicht erholen werden, solange es nicht dauerhaft regnen sollte, erläuterte Georg Schanz weiter.

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Derart früh im Sommer habe der Zweckverband auf Tiefbrunnen lediglich vor zwei Jahren zurückgreifen müssen, erinnert sich Georg Schanz. Im August 2018 hatte die Stadt Bonndorf aufgrund extremer Trockenheit die Brunnen vom Wassernetz genommen. Abgestellt werden nun erneut der Marienbrunnen und der Brunnen vor dem Müller-Markt in der Martinstraße sowie Brunnen in der Brunnen-, Linden- und Bergstraße (zwei), der Brunnen beim Schwarzwald Hotel sowie der Brunnen an der Fuchsberghütte bei Wellendingen.

Diese Brunnen bleiben unberührt

Diejenigen Brunnen, die über eigene Quellen gespeist werden, bleiben dagegen in Betrieb. Es sind dies Brunnen in Dillendorf, Boll und Holzschlag sowie der Bonndorfer Schlossbrunnen, der Wappenbrunnen und der Brunnen im Süßwinkel. Auch die Wassertretstelle im Japanischen Garten führt weiter Wasser, weil sie an die eigene Quelle des Wappenbrunnens angeschlossen ist.

Frischwasserversorgung

Bonndorf wird über Hochbehälter auf der Wacht (zweimal 500 Kubikmeter) und dem Lindenbuck (1000 Kubikmeter) sowie durch einen Hochbehälter bei Glashütte (1000 Kubikmeter), mit einem Frischwassernetzeinspeisepunkt an der Bahnbrücke im Westen der Stadt, versorgt. Der Hochbehälter Lindenbuck wird durch den Zweckverband Gruppenwasserversorgung Hochschwarzwald befüllt, der Hochbehälter Wacht erhält Quellwasser und kommuniziert über eine Leitung mit dem Behälter Lindenbuck. Überschuss aus den Quellen vom Kesselberg, Vogtsberg, Glashütte und Scharmützelbrunnen fließen in den Hochbehälter. Seit 12. August bis 1. Oktober hat der Landkreis Waldshut die Wasserentnahme aus Oberflächengewässern mittels Pumpvorrichtungen zur Beregnung oder Bewässerung von eigenen Grundstücken im Landkreis untersagt.

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