Die Sanierung der Einsegnungshalle auf dem Bonndorfer Friedhof ist abgeschlossen. Rund 750.000 Euro hat die Stadt in die Friedhofshalle investiert. Was wurde erneuert, wohin ist das Geld geflossen? – darüber informierte die Verwaltung in der jüngsten Gemeinderatssitzung, die zu diesem Zwecke auch erstmals – und vermutlich letztmals – in der Friedhofshalle stattfand.

Die Sanierungskosten

Die Sanierung der in die Jahre gekommenen Einsegnungshalle auf dem Friedhof stand seit Jahren auf der Wunschliste der Kommunalpolitiker. Im Zeitraum 2019/20 wurde das Großprojekt nun geplant und verwirklicht – das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit viel Holz strahlen die Räume eine angenehme Atmosphäre aus, technisch ist das Gebäude jetzt auf dem neuesten Stand. Der einst offene Saal wurde durch eine große Glasfront geschlossen und auch der Außenbereich wurde auf Vordermann gebracht. Im Rahmen einer Führung nach der Sitzung haben sich die Stadträte umfassend über die Neuerungen informiert. Die Investitionen haben sich gelohnt, so lautete der Tenor des Gremiums.

Auch Räume für rituelle Waschungen

Wie Bürgermeister Michael Scharf informierte, wird die Friedhofshalle sowohl von Katholiken als auch von Protestanten aus Bonndorf und allen Ortsteilen genutzt. Und da auch immer mehr türkische Mitbürger eine Bestattung in Bonndorf wünschen, wurde man mit der Einrichtung eines Raums für rituelle Waschungen auch deren Ansprüchen gerecht. Mit einer speziellen Decke in der Halle konnte die Akustik enorm verbessert werden, eine – wie Scharf sagte – exklusive Beleuchtung bringe eine warme Atmosphäre in den Raum. Insgesamt eine gelungene Sache, so das Fazit des Rathauschefs.

Lob für die Handwerker

Über die einzelnen Gewerke und Kosten informierte Jürgen Friedrich vom Stadtbauamt, der als Bauleiter fungierte. Geplant wurde die Sanierung vom Büro Wiest. Wie Friedrich erläuterte, lag die Kostenschätzung einst bei rund 691.600 Euro. Durch einige zusätzliche Arbeiten habe sich das Projekt um rund acht Prozent verteuert. Die Gesamtinvestition lag letztlich bei knapp 750.000 Euro. Als Gründe für die Verteuerung nannte Friedrich die Sanierung der Natursteinmauer – das war ursprünglich nicht geplant – ferner die fest installierten Sitzbänke an der Seite, anstelle von einzelnen Stellbänken. Kostenintensiv seien zudem Arbeiten im Außenbereich gewesen. Die komplette Hoffläche wurde neu gepflastert, auch das sei zu Beginn nicht geplant gewesen. Im Kostenrahmen lag man hingegen bei nahezu allen anderen Arbeiten. Friedrich lobte den Bauablauf. Beauftragt worden seien fast ausschließlich heimische Handwerker, die qualitativ einwandfreie Arbeit geleistet hätten. Letztlich stimme Qualität und Optik, freute sich Friedrich über das Ergebnis.

Bestatter zufrieden

Stadtrat Gernot Geng (Bürgerliste), der auch als Bestatter tätig ist, fand nur lobende Worte für das Sanierungsergebnis. Das Gebäude sei jetzt auf dem neuesten Stand, die Funktionsräume wurden neu gestaltet, ebenso die Räume für das Personal. „Die Trauerhalle ist toll geworden“, fügte Geng an und gab bekannt, dass bereits etliche Trauerfeiern darin stattgefunden haben. In separaten Räumen können sich Angehörige in aller Ruhe – rund um die Uhr – von den Gestorbenen verabschieden.

Schlüssiges Konzept

Saniert wurden auch die Toilettenanlagen an der Friedhofshalle. „Die Kosten waren hoch, haben sich aber gelohnt“, sagte Geng, der ansprechende Räume für Beerdigungen auch als Dienst am Bürger bezeichnete. Außerdem, so Geng, „die Einsegnungshalle wird jetzt wieder 50 bis 60 Jahre halten“. Aus den Reihen des Gemeinderats wurde das schlüssige Sanierungskonzept gelobt. „Wir können auf das Ergebnis stolz sein, die Mehrkosten sind zu verantworten“, fasste Ingo Bauer (CDU) die Meinung im Rat zusammen.

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Friedhöfe sind im Übrigen für die Gemeinde ein Zuschussgeschäft. Der Kostendeckungsgrad lag bisher bei 40 Prozent, er wird jetzt allerdings noch weiter nach unten sacken. Bürgermeister Michael Scharf kündigte vor diesem Hintergrund bereits an, dass man sich im Herbst über die Gebührenordnung Gedanken machen müsse.