Nicht nur in Bonndorf nimmt die Bedeutung der Briefwahl zu, auch die Verwaltungen in Grafenhausen und Wutach berichten von deutlich mehr Wahlscheinanträgen für die Bundestagswahl als in früheren Jahren. In der Löwenstadt bewegen sich die Anträge auf die 38-Prozent-Marke bezogen auf die Wahlberechtigten zu, Grafenhausen nähert sich der 50-Prozent-Marke, in Wutach haben etwas mehr als ein Viertel der Wahlberechtigten einen Wahlschein beantragt.

Geht man davon aus, dass nicht alle Wahlberechtigten wählen gehen, wird der Anteil der Briefwähler an den abgegeben Stimmen deutlich höher. Die Anspannung bei Harald Heini wird noch mindestens bis Sonntagabend anhalten. Auch wenn Wahlen auf Bundes- und Landesebene weniger aufwendig seien als auf kommunaler Ebene, könne, trotz Routine, immer Unvorhergesehenes passieren, räumt der seit Januar 1993 amtierende Bonndorfer Hauptamtsleiter ein. Er organisiert mit seinem Team im Bürgerservice seit 1994 sämtliche Wahlen in der Löwenstadt. Zusammen mit Florian Rogg (EDV/Schnellmeldungen) bildet Harald Heini die zentrale Anlaufstelle an Wahlabenden im Rathaus.

Bonndorf

In den fünf Wahlbezirken der Gesamtstadt sind nach Auskunft der Stadtverwaltung 4892 Personen wahlberechtigt – Stadtkern I (1242 Personen); Stadtkern II (1007 Personen); Stadtkern III/Ebnet (1160 Personen); Zusammengefasster Wahlbezirk Boll, Holzschlag und Gündelwangen (631 Personen); Zusammengefasster Wahlbezirk Brunnadern, Dillendorf, Wellendingen und Wittlekofen (852 Personen). Frauen (2461) und Männer (2431) sind nahezu gleich stark vertreten. Beantragt wurden mindestens 1842 Wahlscheine (37,6 Prozent der Wahlberechtigten) (Stand 23. September) – ein Rekord.

An Wahlhelfern eingesetzt werden 60 Personen aus der Verwaltung (20 Personen), dem Gemeinderat (22 Personen) und der Einwohnerschaft (18 Personen): jeweils acht in den Wahlbezirken und jeweils zehn in den beiden Briefwahlbezirken. Harald Heini freut sich, dass es darunter auch zwei Freiwillige gibt.

Bundestagswahlen in Bonndorf (Wahlberechtigte, Wähler, Briefwähleranteil an den Wahlberechtigten/an den Wählern; 2021 Wahlberechtigte, Wahlscheinanträge der Wahlberechtigten): 2009: 5043 Wahlberechtigte; 3305 Wähler, 607 Briefwähler (zwölf Prozent/18,3 Prozent); 2013: 4964 Wahlberechtigte; 3393 Wähler, 650 Briefwähler (13 Prozent/19,1 Prozent); 2017: 4932 Wahlberechtigte; 356 Wähler, 913 Briefwähler (18,5 Prozent/25,6 Prozent); 2021: 4892 Wahlberechtigte, mindestens 1842 erfasste Anträge auf Wahlscheine (37,6 Prozent der Wahlberechtigten).

Wutach

In Wutach gibt es die drei Wahlbezirke Ewattingen, Lembach und Münchingen. Wahlberechtigt sind nach Angaben von Wahlleiterin Nicola Schmidt auf Anfrage 892 Personen. Diese teilen sich auf: Ewattingen 588 Wahlberechtigte, Lembach 120 Wahlberechtigte und Münchingen 184 Wahlberechtigte. Briefwahl (Wahlschein) beantragt haben mindestens 236 Personen – in der Gesamtgemeinde rund 26,4 Prozent der Wahlberechtigten (Stand 23. September). Der höchste prozentuale Anteil an den Wahlberechtigten findet sich in Münchingen mit mindestens 28,8 Prozent (53 Wahlscheine), es folgen Ewattingen mit mindestens 26,8 Prozent (158 Wahlscheine) und Lembach mit mindestens 20,8 Prozent (25 Wahlscheine).

Im Vergleich zu anderen Kommunen bewege sich Wutach bei der Briefwahl prozentual eher im unteren Bereich, so Nicola Schmidt. Es sei jedoch im Vergleich zu vergangenen Wahlen mit rund 180 Briefwählern auch in Wutach eine steigende Tendenz erkennbar.

Grafenhausen

Zwei Wahlbezirke mit 1580 Wahlberechtigten gibt es in der Gemeinde Grafenhausen – zusammengefasster Wahlbezirk Mettenberg (171 Wahlberechtigte) und Grafenhausen/Staufen (1409 Wahlberechtigte).

Einen Wahlschein beantragt haben mindestens 784 Wahlberechtigte (49,6 Prozent) (Stand 24. September), bestätigte Hauptamtsleiterin Ruth Stoll-Baumgartner auf Anfrage. Im Wahlbezirk Grafenhausen/Staufen waren es mindestens 743 Wahlberechtigte (52,7 Prozent), im Wahlbezirk Mettenberg mindestens 41 Wahlberechtigte (23,9 Prozent), die einen Wahlschein beantragten. Es sei ein deutlicher Trend zur Briefwahl erkennbar, im Vergleich zur Landtagswahl seien es rund 100 Wahlscheine mehr, so Ruth Stoll-Baumgartner. Als Wahlhelfer eingeteilt wurden in Mettenberg sechs Personen, in Grafenhausen/Staufen acht und im Briefwahlbezirk neun Personen.