Vor völlig neuen Herausforderungen steht seit Ausbruch der Corona-Pandemie die Stiftung Gandhi-Care. Im März mussten infolge des Lockdown in Indien sämtliche Kinder die Einrichtungen des Hilfswerks verlassen und zu ihren Familien zurückkehren. Dort erwartete sie bittere Armut. In Indien herrscht seit Ausbruch der Pandemie vielerorts Hunger. Gandhi-Care versucht, die Not mit Lebensmittelpaketen etwas zu lindern. Die Verteilung gestaltet sich in der weitläufigen Landschaft des Staats Andhra Phradesch schwierig.

Projekt „Child Support“

Knapp 50 Millionen Menschen leben in dem südöstlichen Bundesstaat Indiens, in welchem Gandhi-Care neben der Vermittlung von Patenschaften verschiedene Hilfsprojekte initiierte. Für junge Erwachsene wurde in Perecherla eine Näherei und in Yerraguntla eine Lehrwerkstatt für Elektro- sowie Sanitärinstallateure aufgebaut. In den Distrikten Rjahmundry und Guntur ermöglicht die Organisation im Projekt „Child Support“ etwa 155 Waisen oder Halbwaisen den Besuch einer Schule.

Hunger ist in Indien seit Ausbruch der Corona-Pandemie ein drängendes Problem. Der Bonndorfer Gandhi-Club versucht zu helfen, wo es möglich ist.
Hunger ist in Indien seit Ausbruch der Corona-Pandemie ein drängendes Problem. Der Bonndorfer Gandhi-Club versucht zu helfen, wo es möglich ist. | Bild: Martha Weishaar

Mit dem Einsatz von 150 bis 250 Euro pro Jahr können Kinder vor Kinderarbeit bewahrt werden. Mit dem Schulbesuch haben sie Aussicht auf Qualifizierung sowie einigermaßen existentielle Sicherheit. In einem Mädchenwohnheim in Veldurthy beherbergt Gandhi-Care zusätzlich etwas mehr als 100 Mädchen und ermöglicht auch diesen den Schulbesuch. In der kargen, weiten Landschaft im Norden Andhra Pradesh ist Mädchen der Besuch weiterführender Schulen ansonsten verwehrt, zumal die einsamen Schulwege viel zu gefährlich sind.

Schutz für Mädchen

Immer wieder kommt es vor, dass Mädchen vergewaltigt werden. Selbst vom Wohnheim zur 300 Meter entfernt gelegenen Schule in Veldurthy werden die Mädchen ob solcher Gefahren von Erwachsenen begleitet. Das Heim ist mit einer drei Meter hohen Mauer, Stacheldraht und zwei Hunden gegen Eindringlinge gesichert. Die Mädchen dürfen das Camp nie verlassen. All diese Kinder und ihre Familien versuchen indische Mitarbeiter von Gandhi-Care seit März mit Essenspaketen zu versorgen, und zwar so, dass die Familien jeweils für die Dauer von zwei Wochen versorgt sind. Acht bis 15 Euro Kosten verursacht ein jeweiliges Hilfspaket. Es enthält Reis, Weizen, Gemüse, Öl, Salz sowie Hygieneartikel.

Hilfe tut not

Dass die Schulen und damit auch das Mädchenheim nach mehreren gescheiterten Anläufen tatsächlich Anfang November wieder öffnen dürfen, sehen die Vorstandsmitglieder des Gandhi-Clubs Bonndorf skeptisch. Denn eine zweite Welle der Pandemie ist auch in Indien zu erwarten. Aktuell sind dort 7,5 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Infolge des starken Monsunregens erschweren zudem unzählige Fälle von Malaria, Dengue-Fieber und Grippe präzise Angaben des Infektionsverlaufs. Ein Politiker vor Ort fasste das Problem drastisch zusammen: Die Menschen sterben entweder an Hunger oder an Covid-19. Um die Hilfslieferungen weiter zu gewährleisten, ruft Gandhi-Care nun zu Spenden auf. „Mit dem Gandhi-Club Freude schenken und gleichzeitig an die Ärmsten denken“, lautet der Slogan. Sowohl private als auch institutionelle Geldgeber sollen ermuntert werden, anstelle von Sachgeschenken eine Geldspende für die Linderung der Not in Indien zu verschenken. Damit dem jeweils Beschenkten etwas überreicht werden kann, gibt es zusätzlich zur Spendenbescheinigung ein Sortiment indischer Gewürze nebst Anhänger mit der Spendensumme.

Spendenkonto: Die IBAN von Gandhi-Care bei der Sparkasse Bonndorf-Stühlingen lautet: DE26 6805 1207 0000 2764 44.

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