Im kommenden halben Jahr möchte der Gemeinderat über das Projekt Brotlehrpfad Bonndorf inhaltlich informiert werden. Das Projekt wurde nach einem Mehrheitsbeschluss im Gremium mit Sperrvermerk in die Projektliste des kommunalen Haushalts 2021 aufgenommen. Eine Umsetzung ist damit nicht garantiert.

Für Verwirrung im Gremium sorgten zunächst unterschiedliche Angaben zu den Projektkosten samt der Zuschussfrage. Unklar war einigen Ratsmitgliedern die Höhe der Gesamtkosten und ob der Zuschuss, wenn er in diesem Haushaltsjahr nicht abgerufen wird, verfällt. Kritik brandete in den Ratsreihen auf, weil das Gremium eine vertiefende Projektinformation bislang nicht erhalten hatte. Michael Scharf fixierte die geschätzten Gesamtkosten des Brotlehrpfades auf 104.000 Euro, darin enthalten sei ein Zuschuss von 69.390 Euro (in den kommunalen Haushalt müssten dann 34.610 Euro eingestellt werden; Anmerkung der Redaktion).

Diesen Zahlen widersprach zunächst Fraktionssprecher Gernot Geng (Bürgerliste), denn er habe aus dem Investitionsplan bislang Kosten von 160.000 Euro abgeleitet. Diesen hohen Betrag habe er als Grundlage seines damaligen Votums genommen, für eine Projektverschiebung aus der Investitionsliste 2021 zu plädieren. Gernot Geng ließ sich letztlich aber eines besseren belehren – die Gesamtkostenschätzung beläuft sich auf 104.000 Euro. Er sei darüber hinaus erstaunt über einen offensichtlich seit dem vergangenen Jahr in der Stadtkasse schlummernden Zuschuss, so Gernot Geng.

In den vergangenen zehn Tagen habe die Bürgerliste Informationen zum Projekt erhalten, die sie vor einem Haushaltsbeschluss 2021 benötigt hätte. Die Bürgerliste stehe allgemein für eine nachvollziehbare, nachhaltige Finanzierung von Projekten. Die Sozialdemokraten plädierten dafür, das Projekt aus dem kommunalen Haushalt zu nehmen, bestätigte Fraktionssprecher Tilman Frank (SPD). Wenn das Projekt nun in den Haushalt 2021 aufgenommen würde, müsse es auch umgesetzt werden. Sein Vorschlag ging in die Richtung, den Gemeinderat zu verpflichten, sich im laufenden Jahr thematisch mit dem Projekt und Alternativen zu befassen. 2022 seien überplanmäßige Ausgaben im Haushalt denkbar.

Eine Erläuterung des Konzepts im Gremium wäre für ein inhaltliches Verständnis förderlich, so Stadtrat Eckhard Fechtig (CDU). Ein Versanden des Brotlehrpfades wäre schade. Ingo Bauer (CDU) plädierte ebenso für eine Vorstellung im Rat und eine Zuschussentscheidung noch in diesem Jahr, sollte dieser verfallen. Der Zuschuss für das Bonndorfer Projekt, der über den Naturpark Südschwarzwald koordiniert wird, sei unbefristet ausgestellt, erläuterte Michael Scharf.

Sollte sich das Gremium gegen eine Projektaufnahme in den kommunalen Haushalt 2021 entscheiden, plädiere er für einen Komplettverzicht, so der Bürgermeister im Vorfeld der Entscheidung. Er favorisiere allerdings eine Projektaufnahme mit Haushaltssperre in den Haushalt 2021, so der Bürgermeister weiter. Damit verknüpft werden könnte zudem ein Sachvortrag im Rat in den nächsten sechs Monaten. Danach könne der Gemeinderat abstimmen, ob der Brotlehrpfad umgesetzt werden soll.

Dieser Beschlussvorschlag des Bürgermeisters fand schließlich in der Abstimmung eine deutliche Mehrheit von 16 Ja- zu vier Nein-Stimmen.