Um 19.41 Uhr war es offiziell – Bonndorf hat seit 1. Juli mit Marlon Jost einen verpflichteten und vereidigten Bürgermeister. In seiner Antrittsrede in einer außerordentlichen Ratssitzung setzte Marlon Jost die für sich selbst geltende Messlatte der zu erreichenden Ziele hoch, machte allerdings auch klar, dass er ein Miteinander für unabdingbar hält, um die Gesamtstadt voranzubringen.

Um 19.41 Uhr legte Ingo Bauer, stellvertretender Bürgermeister, Marlon Jost die Amtskette des Bürgermeisters um. Zwei Minuten später übernahm der 57-Jährige die Sitzungsleitung.

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Bürgernähe – dies sei der wichtigste Baustein für seine Arbeit als Bürgermeister, betonte Marlon Jost. Dialogbereitschaft soll helfen, dort Brücken zu bauen, wo unterschiedliche Meinungen herrschen. Die Bürgerschaft zähle, wenn es um den Aufbruch in die Zukunft gehe. Die Diskussions- und Gesprächskultur innerhalb der Verwaltung und im Gemeinderat wolle er darüber hinaus fördern. Vereine haben für ihn eine herausragende, gesellschaftliche Bedeutung, den Kirchen versprach er, ein verlässlicher Partner zu sein.

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Tradition und Moderne, darin sieht Marlon Jost keine Gegensätze, die sich nicht vereinen ließen. Ein wichtiger Baustein, der Glasfaserausbau, befinde sich in den letzten Zügen. Um die Stadt voranzubringen, brauche es kluge Köpfe, die sich dort niederlassen. Mit dem in Planung befindlichen Baugebiet „Mittlishardt IV“ schaffe man eine Basis. Bonndorf weise Chancen auf wirtschaftliches Wachstum auf. Kurz ging er auf den „Zankapfel“ der vergangenen Monate, das Studerareal, ein. Diese zu überplanende Fläche sei für die Grundversorgung der Stadt wichtig, es gelte, dort auf transparente Weise etwas gemeinsam zu entwickeln. Hierfür gebe es allerdings keinen Königsweg.

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Ein noch zu entwickelndes Stadtmarketing solle Bonndorf gut repräsentieren. Der hierfür notwendige politische Diskurs werde auf das Ziel ausgerichtet, die Gesamtstadt attraktiv zu machen. Wichtige Themenfelder hierzu seien ein attraktives Wohnumfeld und eine intakte Umwelt. Dies bedeute in einem weiteren Gedankenschritt aber auch, dass die Stadt um einen aktiven Part im Klimaschutz nicht herum komme.

Neue Linie der Stadtentwickung

Marlon Jost sprach von einer neuen kommunalen Entwicklungsrichtung, die er einschlagen möchte, davon, „Bonndorf neu zu denken“. Eine neue Linie der Stadtentwicklung zu zeichnen, könne allerdings nur zusammen mit den Bürgern gelingen. Hierfür gelte es, Engagement einzufordern und zu fördern. Die finanzielle Ausstattung sei derzeit noch gut, die Corona-Pandemie werde jedoch auch den Bonndorfer kommunalen Haushalt erreichen. Es gelte die Weichen zu stellen, um die Stadt trotzdem handlungs- und zukunftsfähig zu halten.

Marlon Jost ist seit 100 Tagen Bürgermeister von Bonndorf. Das Bild zeigt ihn mit seiner Frau Eva bei der offiziellen Verpflichtung.
Marlon Jost ist seit 100 Tagen Bürgermeister von Bonndorf. Das Bild zeigt ihn mit seiner Frau Eva bei der offiziellen Verpflichtung. | Bild: Juliane Kühnemund

Einen deutlichen Aufgabenkatalog hatte Ingo Bauer schließlich für Marlon Jost vor dessen Antrittsrede parat und verband diesen Katalog mit dem Wunsch nach Geduld, Überzeugungskraft, Sachlichkeit, Fleiß und Tatkraft. Ehrlichkeit und Offenheit, Transparenz und Verlässlichkeit wünsche sich jeder Einwohner von einem Bürgermeister. Der Gemeinderat biete ihm, Marlon Jost, hierzu die konstruktive Zusammenarbeit an.

Deutliches Wahlergebnis

Mit einem deutlichen Wahlergebnis im Rücken starte Marlon Jost in die Amtszeit, so Landrat Martin Kistler in seinen Grußworten. Mit Zuversicht könne er, Marlon Jost, die anstehenden Aufgaben angehen, denn der neue Bürgermeister bringe Erfahrung aus vorangegangener Verwaltungsarbeit mit. Er könne zudem auf ein bewährtes Rathausteam und einen guten Gemeinderat bauen. Martin Kistler sprach den Wunsch aus, dass Marlon Jost mit seinem Engagement auch diejenigen für sich gewinnen werde, die sich am Wahltag für einen anderen der weiteren vier Kandidaten entschieden hatten. Wünsche für eine fruchtbare Arbeit kamen auch von Tobias Gantert, Sprecher der Bürgermeistervereinigung des Landkreises Waldshut. Er lud Marlon Jost ein, sich in das Gremium ein- und den Landkreis voranzubringen.

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An die 130 Gäste, unter ihnen Gemeinde- und Kreisräte, Bürgermeister aus dem Umland, aber auch Vertreter der Feuerwehr, des DRK-Ortsvereins, der Kirchen und der Bonndorfer Patenkompanie Jägerbataillon 292 aus Donaueschingen, hatten sich in der Stadthalle eingefunden. Über einen von der Stadt freigeschalteten Youtube-Kanal verfolgten weitere Zuschauer diesen offiziellen Akt – durchschnittlich 140, in Spitzenzeiten bis zu 230 Live-Streamer seien dabei gewesen, so Oliver Schäfer, der die IT-Technik bediente.