Wellendingen – „Mit dem Mühlenladen hat die Familie Blattert etwas Großes geschaffen – einen Magneten in der Region. Durch die aktuelle Krise in der Ukraine wird deutlich, wie wir uns vor Ort versorgen können“. Das erklärte Felix Schreiner (CDU/MdB), der dem neuen Mühlenladen in Wellendingen in Eigeninitiative einen Besuch abstattete. Mitgebracht hatte er auch die Bonndorfer Gemeinderäte Eckhard Fechtig und Ralf Dietsche sowie Theo Binninger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bonndorf-Stühlingen. Müllermeister Daniel Blattert bietet Interessierten Führungen an, auch wenn es eine offizielle Eröffnungsfeier wegen der Corona-Pandemie nicht gegeben hat.

Die erweiterte Ladenverkaufsfläche von 450 Quadratmetern beeindruckte die Gäste. Für Wiederverkäufer gibt es 570 verschiedene Produkte, mehr als 3000 verschiedene Artikel sind gelistet. Das Mehl steht im Mittelpunkt, Daniel Blattert nennt es sein „A-Produkt“. Auf die Größe des Mühlenladens ist er stolz. „Der typische Mühlenladen aus den 1970er Jahren hatte eben nur 60 Quadratmeter.“ Der Kauf des ehemaligen Lehnert-Areals, auf dem die neue Einheit der Blattert Mühle steht, nennt er einen Glücksfall. Sein „Logistik-Projekt“, wie er es nennt, sei langsam gewachsen. Die Abläufe und Strukturen habe er mehrmals „neu gedacht“ und nach und nach umgesetzt. Beinahe ein Jahr sei vergangen, bevor er die Chancen, die das Gebäude bot, umfassend erkannt habe.

Die Mühle verarbeite jährlich etwa 2000 Tonnen Getreideprodukte vom Mehl bis zum Futtermittel. Etwa alle vier Wochen werde neu produziert. Im Vergleich zu anderen Mühlen sei sein Betrieb allerdings ein kleiner, so der Müllermeister. Er habe nicht im Sinne „zu wachsen und zu wachsen“. Daniel Blattert ergänzt stolz: „Das „Alleinstellungsmerkmal des Mühle-Betriebs ist neben der Produktqualität, dass wir professionell und flexibel geblieben sind.“ Glücklich schätze er sich, dass ihn die Stadtverwaltung Bonndorf bei der Realisierung des Projekts unterstützt habe.

Daniel Blattert lenkte im Gespräch den Blick auf die Probleme der Landwirte und hier auf die extrem steigenden Düngemittel- und Kraftstoffpreise. Kritische Worte fand er für die seiner Auffassung nach ungleiche Behandlung kleiner Unternehmer im Vergleich zur Großindustrie, die für die Versorgung zweifelsohne benötigt werde. Nicht „ein Mehr für die Kleinen“ mahnte er im Gespräch mit Felix Schreiner an, sondern „gleichviel wie die Großen“. Der Parlamentarier blieb pragmatisch: die Botschaft sei angekommen.