Der Wohnmobilstellplatz am Schwimmbad ist in diesem Sommer an vielen Tagen voll besetzt. Überdies fallen dem aufmerksamen Beobachter die auffallend vielen Rad- und Wandertouristen im Städtle auf. Selbst schlechtes Wetter scheint viele nicht von ihren Reiseplänen abzuhalten. Erlebt Bonndorf einen Touristenboom?

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Tatsächlich nahm die Anzahl der Wohnmobiltouristen in Bonndorf bereits im vergangenen Jahr zu, informiert dazu Petra Kaiser von der Tourist-Information im Gespräch. 2019 wurden auf den beiden Stellplätzen beim Schwimmbad sowie in Holzschlag 1144 Übernachtungen registriert. 2020 waren es 1595. Die meisten blieben für eine Nacht. Für dieses Jahr liegen noch keine Zahlen vor, sagt Petra Kaiser.

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Auffallend sei, dass seit Ausbruch der Corona-Pandemie nur wenige ausländische Gäste den Weg nach Bonndorf finden. Insbesondere Gäste aus den Niederlanden und Spanien blieben aus, erläuterte Petra Kaiser. Die Mehrzahl komme aus Baden-Württemberg. Auch der Wanderparkplatz an der Schattenmühle sowie der Parkplatz Oberhalde werden häufig von Wohnmobiltouristen zum Übernachten genutzt. Ganz unproblematisch sei dies allerdings nicht. „Solange die Leute ihren Müll mitnehmen, kann man das ja tolerieren. Wenn allerdings Fäkalien und Müll in der Landschaft überhandnehmen, muss man Verbote erwägen“, fasst die Touristikerin im Raum stehende Überlegungen zusammen.

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Ausgesprochen gut frequentiert ist in diesem Jahr auch der Südschwarzwald-Radweg. „Vor allem an Dienstagen ist es in Bonndorf oft nicht einfach, ein freies Zimmer zu finden, da die Mehrzahl der Radler, die ihre Tour buchen, dienstags ankommen. Einzelzimmer gibt es dann so gut wie gar nicht. Hin und wieder müssen wir Gäste weiterschicken, was uns natürlich leidtut. Denn häufig sind die Leute bereits am Ende ihrer Kräfte, wenn sie hier ankommen.“ Petra Kaiser hält es für empfehlenswert, im Voraus zu buchen. Der Großteil mache das auch, meist mit einem der Anbieter, die auch das Gepäck transportieren. Das Gros der Radfahrer sei mit E-Bikes unterwegs.

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„95 Prozent fahren mittlerweile Elektroräder“, beobachtet Petra Kaiser. „Zu den Tourenradlern gesellen sich zudem vermehrt Tagestouristen, die aus anderen Hochschwarzwaldgemeinden Ausflüge mit dem Rad unternehmen und über den Bähnleradweg nach Bonndorf kommen.“ Eine weitere nennenswerte Gästegruppe sind Schluchtensteigwanderer. Auch hier schätze allerdings manch einer seine Kräfte beziehungsweise die topographische Herausforderung falsch ein. „Erst neulich holte ich gegen 20 Uhr ein Paar, das sich angemeldet hatte, in der Wutachschlucht ab und brachte es ins Quartier“, schildert sie Erfahrungen, die sie und ihre Mitarbeiterinnen in der Tourist-Information machen.

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Insgesamt habe sie den Eindruck, dass die Menschen in Anbetracht der Corona-Pandemie einfach glücklich seien, überhaupt Urlaub machen zu können. „Mitunter schwingt auch die Sorge vor bevorstehenden Einschränkungen mit, und die Leute wollen einfach noch schnell raus und etwas erleben.“ Von gut gelaunten Gästen, die froh sind, endlich wieder reisen zu können, spricht auch Gabriele Möhringer vom Schwarzwaldhotel. „Seit die regelmäßige Testpflicht aufgehoben wurde, sind wir ausgebucht. Nachdem nun wieder für nicht Geimpfte oder Genesene alle drei Tage eine Testpflicht vorgesehen ist, spüren wir direkt wieder rückläufige Buchungen“, sagt die Hotelbesitzerin. Sie kritisiert, dass viele Regelungen nicht durchdacht sind und vor allen Dingen die Gastronomie treffen. Entsprechend skeptisch ist ihr Ausblick auf das weitere Geschehen in Bezug auf die Pandemie.