Die Zahl der corona-infizierten Personen in Bonndorf ist relativ hoch. Nach Auskunft des Gesundheitsamtes im Landratsamt Waldshut sind aktuell (Stand 18. Dezember) 41 Einwohner positiv auf Covid-19 getestet worden, 83 Personen gelten als wieder genesen.

„Wir hatten eine der höchsten 7-Tages-Inzidenzen im ganzen Landkreis“, teilte Bürgermeister Michael Scharf in jüngster Gemeinderatssitzung mit und fügte an, dass allein im Haus Ruth des Altenzentrums 24 Menschen infiziert waren, zwei sind an oder mit dem Virus gestorben.

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Für Michael Scharf ist vor diesem Hintergrund klar, dass alle Möglichkeiten, die dazu dienen, das Infektionsgeschehen einzudämmen, auch ergriffen werden sollten. Dazu zählt auch die in der neuesten Fassung der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg eingeräumte Möglichkeit, Gemeinderatssitzungen ohne persönliche Anwesenheit der Mitglieder – sprich in Form eine Videokonferenz – durchzuführen.

Michael Scharf gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass in einer vergangenen Ratssitzung in der Stadthalle, zu der rund 100 Zuhörer gekommen waren, auch eine Person anwesend war, die später positiv auf das Covidvirus getestet worden war. Durch die Abstand- und Hygieneregeln bei den Sitzungen und die Registrierung aller Anwesenden sie zwar nichts passiert, so Michael Scharf. Dennoch wolle man die Voraussetzungen dafür schaffen, solche Risiken einzudämmen.

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Der Bürgermeister schlug dem Gemeinderat deshalb vor, die Hauptsatzung der Stadt dahingehend zu ändern, dass Ratssitzungen in Form von Videokonferenzen künftig möglich sein werden. Dieses Verfahren soll gewählt werden, wenn es einfache Sachverhalte zu beraten und zu beschließen gibt. Bei öffentlichen Sitzungen muss laut Gemeindeordnung auch eine zeitgleiche Übertragung von Bild und Ton in einen öffentlich zugänglichen Raum erfolgen. Der Gemeinderat stimmte der Änderung der Hauptsatzung zu.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stand auch die Frage im Raum: Müssen Zuhörer aufgrund der vom Land beschlossenen Ausgangsbeschränkungen um 20 Uhr nach Hause geschickt werden. Innerhalb der Verwaltung habe es da unterschiedliche Ansichten gegeben, sagte Michael Scharf auf Nachfrage, eine eindeutige Antwort habe man nicht gefunden.

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Eine Klärung der Sache war in der Sitzung nicht nötig. Der Bürgermeister hatte in der Sitzung nämlich aufs Tempo gedrückt. Noch vor 20 Uhr – also nach weniger als 30 Minuten – war die öffentliche Sitzung beendet. Die Zuhörer konnten rechtzeitig zu Hause sein. Die Tagesordnung war auch relativ unspektakulär. Die vorgesehene Änderung des Bebauungsplans Hauswiesen, Gemarkung Wittlekofen, wurde verschoben, beziehungsweise gestrichen (redaktioneller Hinweis: betrifft nicht den Legehennenstall). Private Baugesuche, Wohnhaus- und Garagenbauten, erhielten grünes Licht, ebenso wie der Umbau, die Sanierung und die Einrichtung eines Pferdestalls mit Paddock am ehemaligen Pfarrhaus in Dillendorf.

Eine Lösung für die einsturzgefährdete Mauer sei gefunden, informierte Nicole Messerschmid vom Stadtbauamt auf Nachfrage von Gernot Geng. Auch die Denkmalsschutzfrage werde berücksichtigt, so Messerschmids Antwort auf die Frage von Tilman Frank. Ingo Bauer regte an, dass die Verwaltung im Januar eine Bilanz über die Projekte des Jahres 2020 ziehen sollte. Es wäre für die Bürger interessant zu wissen, welche Planungen wegen Corona nicht realisiert werden konnten. Beispielhaft nannte er den Spielplatz Dillendorf oder die Bushaltestelle bei der Schule.