Es ist ein weiterer wichtiger Schritt zur optimalen rettungsdienstlichen Versorgung der Bevölkerung in und um Bonndorf: In Bonndorf ist jetzt ein Notarzteinsatzfahrzeug zur Verbesserung der notärztlichen Versorgung besetzt. Der Weg dahin war kein einfacher, meinte der Vorsitzende des DRK-Kreisverbands Freiburg, Jochen Hilpert, bei der Vorstellung des neuen Notarztkonzeptes in der Rettungswache in Bonndorf.

Die Hilfsfristen

Im Notfall geht es darum, schnelle und kompetente Hilfe zu leisten, bis zum Eintreffen am Einsatzort sollte die Zeit von zehn Minuten nicht überschritten werden. Nach dem Gesetz sind für die notärztliche Versorgung zwar die Krankenhäuser zuständig, die Hilfsfrist lässt sich dann aber im Raum Bonndorf nicht einhalten. Bislang konnten die Bürger in und um Bonndorf auf die Hilfe von Dr. Winfried Grohmann zählen, der als Bereichsnotarzt immer zur Stelle war. Sein Fahrzeug, mit dem er unterwegs war, hatte der Arzt selbst finanziert und unterhalten.

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Winfried Grohmann wird auch weiterhin aktiv sein – allerdings nicht mehr im Raum Bonndorf, sondern im Bereich Schluchsee. In den vergangenen Monaten war Grohmann von Mitgliedern der Feuerwehr Bonndorf unterstützt worden. Durch die Übernahme von Fahrdiensten konnte sichergestellt werden, dass der Notarzt nach einem Einsatz schnell wieder verfügbar war.

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Nach längeren Verhandlungen habe nun der Bereichsausschuss für den Rettungsdienstbereich Waldshut beschlossen, in Bonndorf ein Notarzt­einsatzfahrzeug zur Verbesserung der notärztlichen Versorgung zu besetzen, informierte Jochen Hilpert, der anfügte, dass der DRK-Kreisverband Freiburg die Trägerschaft für das Fahrzeug übernommen hat. Vor Ort in Bonndorf ist neben den Notfallsanitätern der Notarzt Andreas Biesemann im Einsatz. Biesemann kann auf ein kompetentes Team unter der Leitung von Rettungsdienstleiter Markus König in der DRK-Rettungswache Bonndorf zählen. Laut König wurde jetzt – gemeinsam mit den zuständigen Gremien und den Leistungsträgern – ein schlüssiges Konzept für die Region Bonndorf entwickelt, das auch für die Zukunft trägt.

Personalsuche

Gesucht werde allerdings noch Personal. Um den Dienst rund um die Uhr in voller Besetzung gewährleisten zu können, brauche man 15 Rettungssanitäter, derzeit sind in der Wache neun Fachkräfte beschäftigt. Die Personalsuche habe begonnen, ergänzte dazu Jochen Hilpert und der Vorsitzende des DRK-Kreisverbands Freiburg ist zuversichtlich, Interessenten für den attraktiven Standort Bonndorf zu finden. Viele junge Leute, die ein Freiwilliges Soziales Jahr im Rettungswesen absolviert haben, hätten Interesse daran, eine Ausbildung zum Rettungssanitäter zu machen. Derzeit bilde man sieben Auszubildende im Hochschwarzwald aus.

Erfüllende Arbeit

Und dass die Arbeit eine erfüllende ist, das bestätigten auch die anwesenden Rettungssanitäter in Bonndorf. „Man kann helfen, kein Tag ist wie der andere, es wird nie langweilig.“ Wie Rettungsdienstleiter Markus König außerdem noch bekannt gab, müssen die Helfer in Bonndorf im Durchschnitt zu drei bis vier Einsätzen pro Tag ausrücken. Der Zuständigkeitsbereich umfasst Bonndorf mit allen seinen Ortsteilen, Grafenhausen und Wutach sowie die Wutachschlucht. Gerade die Schlucht stelle ganz besondere Herausforderungen dar, ergänzte König.

Lob und Dank

Bürgermeister Michael Scharf – quasi Hausherr der Rettungswache – zeigte sich überzeugt davon, dass die Bonndorfer Bevölkerung mit dem neuen jungen Notarzt Andreas Biesemann gut versorgt sein wird. Rückblickend bestätigte er dem bisherigen Notarzt Winfried Grohmann hervorragende Arbeit, ebenso der Feuerwehr Bonndorf, die unterstützend tätig war. Einige Feuerwehrmitglieder haben nach den Worten des Bürgermeisters Gefallen an der Arbeit gefunden, haben viel gelernt und wollen sich noch im Rettungssektor weiterbilden. Bonndorf sei insofern nun ein doppelter Gewinner. Ein Lob ging auch an die Mitglieder des DRK-Ortsvereins Bonndorf, die immer zur Seite standen, wenn Hilfe und Unterstützung gebraucht wurden.

Das Notfallkonzept mit Notarztfahrzeug und Rettungswache in Bonndorf sei letztlich durch konstruktive Verhandlungen zwischen Bereichsausschuss, gesetzlichen Gremien und den Krankenkassen entstanden. Und für diese Notfallversorgung wird viel Geld in die Hand genommen. Rund eine Million Euro kommt im Jahr für Fahrzeug, medizinische Geräte, Sanitätsmaterial, Notärztepauschale und Personalkosten des DRK zusammen, informierte Rettungsdienstleiter Markus König.

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