Der Kulturbus rollt wieder. Nach zweieinhalb Jahren Pause geht das landkreisübergreifende Kulturangebot wieder an den Start. Bürger aus Wutöschingen, Grafenhausen, Ühlingen-Birkendorf, Schluchsee, Löffingen und Bonndorf gelangen damit bequem und preisgünstig zu Veranstaltungen in der Region.

Anlässlich der Vorstellung des neuen Fahrplans fasst Initiatorin Gudrun Deinzer ihre einstigen Beweggründe und das aktuelle Angebot zusammen. „Unsere hiesige Kulturlandschaft ist reich. Allerdings wussten viele von vielem nicht. Auch ist es nicht jeder Gemeinde möglich, den Aufwand, das Engagement sowie die Kosten für Veranstaltungen zu leisten.

Das könnte Sie auch interessieren

Also bündeln wir im Kulturbus den Service für Einheimische und Gäste, bequem zu Veranstaltungen in anderen Gemeinden zu gelangen. Mit dem Busunternehmen Vesenmayer haben wir einen wichtigen Partner, der mit außergewöhnlicher Flexibilität agiert und bei Bedarf Gäste sogar im Taxi chauffiert.“ Für drei Euro gelangen Fahrgäste zum Veranstaltungsort und wieder nach Hause. Das ist nur möglich, weil alle beteiligten Gemeinden sich an den Fahrtkosten beteiligen.

Neu ab diesem Jahr ist das Werbeformat für die einzelnen Fahrten. Anstelle eines Flyers, in dem alle Veranstaltungen zusammengefasst sind, gibt es jeden Veranstaltungshinweis einzeln im Postkartenformat. Dies ist nicht zuletzt auch den Planungsunsicherheiten aufgrund der Corona-Pandemie und damit einhergehend geforderter Flexibilität geschuldet. „Wichtig ist, dass die jeweiligen Gemeinden Werbung für den Kulturbus und die Veranstaltungen machen“, betont Gudrun Deinzer.

An diesen Tagen fährt der Kulturbus

Alle Veranstalter zeigen sich bei der Programmvorstellung einig, dass die Zukunft des Kulturbetriebs und damit auch des Kulturbusses wesentlich von der Akzeptanz in der Bevölkerung, also den Besucherzahlen abhängt. Diese sind nach all den Unsicherheiten um die Pandemie nämlich allerorts eingebrochen.

Herausforderungen für Kulturmacher

Während Volks- oder Dorffeste Scharen von Menschen anlocken verzeichnen Kulturveranstaltungen und dabei vornehmlich die Kleinkunst, allenfalls noch die Hälfte bis ein Drittel der Besucherzahlen aus der Zeit vor der Pandemie. Die Organisatorin, Veranstalter sowie das Busunternehmen sind also gespannt auf die weitere Entwicklung. Die gestiegenen Kraftstoffpreise, aber auch Personalknappheit beim Busunternehmen, sind weitere Beeinträchtigungen, die in Kauf zu nehmen sind.

Die Kulturbranche kämpft ums Überleben. „Massentaugliche Veranstaltungen haben großen Zulauf, aber in den Nischen muss man kämpfen“, beschreibt Gudrun Deinzer die Lage und appellierte: „Geht weiter mutig voran. Wir dürfen gerade jetzt diejenigen, die kommen, nicht enttäuschen.“ Die Berichte der Veranstalter bestätigen die derzeitige Unsicherheit. Annette Loll vom Kulturring Wutöschingen beobachtet, dass ein treuer Besucherstamm der dortigen Veranstaltungen dringend mehr Gäste von außen braucht.

Das könnte Sie auch interessieren

Nina Schuhmacher vom Kutipp Löffingen berichtet von sehr schlecht laufenden Vorverkaufen, zeigte sich aber zuversichtlich, dass wieder mehr Besucher kommen werden. Anna Schwenninger und Jürgen Friedrich vom Folktreff loben das Netzwerk des Kulturbusses und Stefanie Malzacher von der Hochschwarzwald Touristik ist überzeugt, dass die gute Zusammenarbeit ein wichtiges Angebot für die Region ist.

Das Fazit der Organisatorin ist indes unmissverständlich. „Wenn die Bevölkerung Veranstaltungen fortgesetzt nicht besucht, gibt‘s bald nichts mehr.“

Fahrkarten und Fahrplanauskünfte für den Kulturbus in der Region rund um Bonndorf gibt es in den Tourist-Informationen in Bonndorf, Grafenhausen, Ühlingen-Birkendorf, Löffingen, Schluchsee und in der Gemeinde Wutöschingen sowie beim Busunternehmen Vesenmayer-Reisen in Bonndorf.