„Die schönste Arbeit ist, wenn wir neu einpflanzen dürfen.“ Das sagen die beiden Stadtgärtnerinnen Edeltraud Siebler und Gabi Schübel über ihr Schaffen. All die bunten Blumenrabatten in der Stadt zeugen von der Freude der beiden Gärtnerinnen an ihrem Beruf. Auch der Kräutergarten beim Schloss lässt erkennen, mit welcher Naturverbundenheit und Hingabe die zwei Frauen ihn pflegen. Dort gibt es außer einem hübschen Anblick viel Wissenswertes zu entdecken.

Vom Rechnungsamt zur Stadtgärtnerei: Gabi Schübel hat im Gärtnern ihre berufliche Erfüllung gefunden.
Vom Rechnungsamt zur Stadtgärtnerei: Gabi Schübel hat im Gärtnern ihre berufliche Erfüllung gefunden. | Bild: Martha Weishaar

Vor zwölf Jahren hatte der vormalige Stadtgärtner Martin Krug den einstigen Hausmeistergarten des Schlosses in ein Kräuterparadies umgewandelt. Seine Nachfolgerinnen erhalten das Kleinod. „Wir lassen hier vieles wachsen, das uns die Natur von sich aus schenkt. Der Kräutergarten soll so natürlich wie möglich bleiben“, erklärt Edeltraud Siebler. Hin und wieder wird auch etwas Neues eingepflanzt, so wie jüngst Flockenblume, Kapuzinerkresse oder Gewürztagetes. Von ihrer Ausbildung her ist die Gärtnerin eigentlich auf Blumen und Zierpflanzen spezialisiert.

Stadtgärtnerin Edeltraud Siebler pflanzt Gewürztagetes, dessen Blüte hervorragend schmeckt.
Stadtgärtnerin Edeltraud Siebler pflanzt Gewürztagetes, dessen Blüte hervorragend schmeckt. | Bild: Martha Weishaar

Das Wissen um Stauden und Kräuter hat sie sich im Lauf der Zeit zusätzlich angeeignet. Sie und ihre Kollegin Gabi Schübel prüfen regelmäßig, was sie in dem kleinen Kräuterparadies wachsen lassen, was zurückgestutzt oder gar entfernt werden muss. „Das Fünffingerkraut muss man immer wieder eingrenzen, sonst überwuchert es alles. Auch Vogelmiere und Ehrenpreis machen wir fortlaufend raus. Beim Muskatellersalbei lassen wir die Blüte stehen. Alle zwei Jahre versämt er sich dadurch von selbst“, erklärt Gabi Schübel fachkundig. Sie ist Quereinsteigerin in diesem Metier, wechselte von der Stadtkasse zur Stadtgärtnerei.

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Irgendwann habe sie das Gefühl gehabt, dass die Bürotätigkeit sie auffrisst und sie etwas in ihrem Berufsleben ändern müsse, erzählt sie. Jetzt kann Gabi Schübel ihre Passion im Gärtnern verwirklichen und freut sich jeden Morgen auf die Arbeit. Die Frauen kennen sich aus, wissen, welche Pflanzen durch die Folgen des Klimawandels in Bonndorfer Höhenlage weniger gut oder besser gedeihen. Wissen auch um Schmackhaftigkeit sowie Heilwirkung der vielen Kräuter, die sie hier hegen und pflegen. Dass manche Blüten köstliche Speisendekoration sein können, Mutterkraut gegen Regelbeschwerden oder Gamander gegen Magenbeschwerden hilft.

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Tafeln erklären neben dem botanischen Fachbegriff die Besonderheiten jeder Pflanze. Im Kräutergarten finden sich nicht nur allseits bekannte Kräuter wie Thymian, Liebstöckel oder Salbei. Auch der bereits in der Bibel erwähnte Ysop, Alant, Weinraute oder prächtig blühende Indianernessel erwarten neben unzähligen anderen Besonderheiten den Besucher. Im besten Fall lässt der Betrachter die Schönheit und Ruhe in aller Stille auf sich wirken.

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