Seit 25 Jahren gibt es das Unternehmen HolzHaus Bonndorf. In den Anfängen in der Branche belächelt, zahlt sich die damalige Einschätzung von Geschäftsführer Bernhard Hegar mittlerweile doch aus: Holzhäuser haben Marktpotential. Mittlerweile ist klar – auch für die Umwelt zahlt sich die Häuserfertigung aus dem nachwachsenden Rohstoff aus. Denn Holzhäuser stellen mit Blick auf den natürlichen Baustoff Holz CO2-Senken dar.

Man sieht es dem Gebäude in Wehr von außen nicht an: Die 14 Wohneinheiten sind in Holzbauweise eingebettet.
Man sieht es dem Gebäude in Wehr von außen nicht an: Die 14 Wohneinheiten sind in Holzbauweise eingebettet. | Bild: HolzHaus Bonndorf

Mitte der 1990er Jahre hatten neu gebaute Holzhäuser einen Marktanteil von vielleicht sieben Prozent, erläutert Betriebsleiter und Juniorchef Florian Hegar im Gespräch. Mittlerweile kommen diese auf einen Anteil von 40 Prozent. Die Politik habe vor einigen Jahren erkannt, dass der Rohstoff Holz in einem so waldreichen Land wie der Bundesrepublik besser gefördert werden sollte. Florian Hegar erinnert an Änderungen in der Landesbauordnung Baden-Württemberg, die seit 2015 auch mehrgeschossige Holzbauten zulasse. Bei Bauherren sei mittlerweile angekommen, dass sich Holz auch für den mehrgeschossigen Hausbau eigne – dort verwendetes Holz müsse Anforderungen bis hinein in die höchsten Brandschutzklassen erfüllen.

HolzHaus Bonndorf beschäftige sich seit Jahren über den Bau von Einfamilienhäusern hinaus auch mit der Fertigung von Mehrfamiliengebäuden aus dem natürlichen Rohstoff, erläutert Florian Hegar. Die Landesregierung gehe von fünf großen Unternehmen aus, die Know-how, Technik und Personal vorhalten und hierfür auch eine Zertifizierung (Güteüberwachung) vorweisen können. Drei Prozent der Holzbauunternehmen im Land haben mehr als 20 Mitarbeiter, HolzHaus Bonndorf beschäftigt 90 Mitarbeiter. In Baden-Württemberg gebe es etwa fünf Unternehmen, die sich an den Mehrfamilienhausbau aus Holz heranwagen, schätze die Landesverwaltung, erzählt Florian Hegar – HolzHaus Bonndorf sei eines davon (siehe Infobox).

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Das Unternehmen arbeite seit der Firmengründung mit Sägewerken in Neustadt, St. Georgen und Sägewerken im Nordschwarzwald zusammen, die das verarbeitete Holz aus der Region beziehen, erläutert Bernhard Hegar. Seit Oktober 2019 arbeite HolzHaus Bonndorf mit einem Qualitätsmanagementsystem, um die hohen Standards einhalten zu können. Der Klimawandel stelle die gesamte Holzbaubranche vor Herausforderungen.

Der Holzbau in Deutschland werde beim Bauholz künftig nicht mehr hauptsächlich auf Fichtenholz zurückgreifen können, mutmaßt Florian Hegar. HolzHaus Bonndorf pflege engen Kontakt zu Fachhochschulen der Branche, an denen Alternativen erforscht werden. Es werde viel getan, um Laubholz künftig noch effektiver im Holzhausbau einsetzen zu können. Holzfasern und Lignin werden beispielsweise als Verbundstoffe erforscht, um Holzleim zu vermeiden.

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Der Holzhausmarkt tendiere zum mehrgeschossigen Mehrfamilienhaus und werde dies künftig noch mehr tun – vor allem in den Ballungszentren, erläutert Florian Hegar. Gut ein Fünftel der jährlichen HolzHaus Bonndorf-Produktion seien mehrgeschossige Hausbauten. Würde sich das Unternehmen ganz auf Einfamilienhäuser konzentrieren, könnte es rund das 2,5-fache an Einfamilienhäusern produzieren. Mehrgeschossige Bauten benötigen jedoch eine höhere Planungsleistung, eine entsprechende Anlagentechnik und Mitarbeiterwissen. HolzHaus Bonndorf holt sich vor allem wegen der hohen gesetzlichen Auflagen des Brand- und Schallschutzes sowie der Statikherausforderung zusätzliche Unterstützung und Beratung durch externe Bauingenieure ins Haus.

CO2- Anteil in Atmosphäre

CO2 ist ein Bestandteil des globalen Kohlenstoffzyklus‘. Als natürlicher Bestandteil der Luft wird CO2 von der Wissenschaft als eines der Treibhausgase und für die Erhöhung der durchschnittlichen Jahrestemperatur auf der Erde verantwortlich gemacht.

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Als entscheidend für den Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre wurde die Verbrennung fossiler Energieträger durch den Menschen ausgemacht. Der CO2-Anteil ist nach Angaben der „National Oceanic and Atmospheric Administration“ (NOAA), der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten, seit Beginn der Industrialisierung von 280 ppm (parts per millionen – Teile pro eine Million Teile) auf 407,8 ppm (2018) angestiegen.

Weitere Infos im Internet:
http://www.holzhaus.com
http://www.stmelf.bayern.de dort: Wald und Holz, Forstpolitik, Wald in Zahlen, Holz in Zahlen

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