So sehr Schulkinder jedes Jahr den Sommerferien entgegenfiebern, so schnell kann ihnen aber auch langweilig werden, wenn das tägliche Pflichtprogramm fehlt. Berufstätige Eltern stehen zudem häufig vor dem Problem, wie sie die Kinder für die Dauer von sechseinhalb Wochen beschäftigen oder überhaupt betreuen können. Die Bonndorfer Firma Hectronic schuf nun Abhilfe und bot ihren Mitarbeitern an, ihre Kinder mit an den Arbeitsplatz zu bringen.

Ausbildungsleiter Alexander Ebi, Susanne Kreyßig und etliche Auszubildende pflanzten beim Nature Day gemeinsam mit 17 Mädchen und Jungen vier Apfelbäume auf dem Firmengelände. Im Vorjahr waren dort bereits Insektenhotels angelegt worden. Die Obstbäume komplettieren nun diese ökologische Maßnahme. Die Kinder übernahmen Patenschaften für die Apfelbäume und suchten für jeden einzelnen einen Namen aus.

„Welches Kind darf schon mal einen Baum pflanzen?“, fasste Alexander Ebi den Ferienspaß im Gespräch mit dieser Zeitung zusammen. „Am schönsten ist es doch, wenn man die jugendliche Neugier der Kinder wecken kann.“ Außerdem bastelten die Besucher Nistkästen für Vögel und einen Holzzaun. Und wer zwischendurch lieber mal etwas Filigraneres werkeln wollte, der durfte in der Ausbildungswerkstatt auch zu Lötkolben und Platine greifen.

Die Betreuer hatten alle Hände voll zu tun, mussten bei hohen Temperaturen darauf achten, dass die Kinder mit Sonnenschutz eingecremt waren, ständig genügend zu trinken hatten und nicht zu lange der prallen Sonne ausgesetzt waren. Beim Frühstück und Mittagessen durfte die lebhafte Schar die Vorzüge der Werkskantine Papperla-Pub genießen, ehe nach getaner Arbeit zum Tagesabschluss noch gemeinsam gegrillt wurde.

Geschäftsführer Eckhard Fechtig betonte, dass dieses firmeninterne Ferienprogramm keineswegs eine Konkurrenz zum städtischen Kinderferienprogramm sei. Vielmehr engagiert sich das Unternehmen auch bei der dortigen Programmgestaltung. Dem Unternehmen sei jedoch wichtig, den Mitarbeitern ein familienfreundliches Angebot zu machen und deren Kindern nebenbei die Möglichkeit zu eröffnen, den Arbeitsplatz ihrer Eltern zu erkunden.

„Wir haben viele auswärtige Beschäftigte, die das städtische Kinderferienprogramm nicht nutzen können. Auch denen möchten wir damit entgegenkommen. Eventuell wird es gegen Ende der Ferien sogar einen weiteren Programmpunkt geben“, stellte Eckhard Fechtig in Aussicht. Wert lege man überdies darauf, das Natur- und Umweltbewusstsein der jungen Besucher zu fördern. „Im Idealfall können sie von diesen Apfelbäumen essen, wenn sie in zehn Jahren hier arbeiten“, meint er humorvoll im Hinblick auf die Nachwuchsförderung des Unternehmens.