Hin und wieder fallen Installationen aus vergangenen Zeiten auf, die längst überholt scheinen. Wobei es zuweilen auch eine Frage des Alters ist, ob man Einrichtungen überhaupt kennt, sie für überholt hält oder als zeitgemäß empfindet.

Druckspüler an Toiletten sind ein solches Beispiel. Die Älteren unter uns mögen schmunzeln, wenn sie hie und da beim Toilettengang die alt bekannte verchromte Stange mit Drucktaste entdecken. Kleine Kinder hingegen wissen zuweilen gar nichts damit anzufangen, kennen sie doch ausschließlich Spülkästen.

Bis in die 1970er Jahre hinein waren Druckspüler hierzulande Standard. Allerdings braucht diese Technik einen höheren Vordruck in der Leitung, damit die Wassermenge überhaupt reicht, um die Hinterlassenschaften abzutransportieren. Dieses installationstechnische Problem wurde durch Spülkästen gelöst, die überdies häufig mit einer Spartaste versehen sind. Ansonsten unterscheidet sich der Wasserverbrauch von rund neun Litern bei Druckspülern und Spülkästen nicht.

Die Wasserspülung an Toiletten hat derweil eine längere Geschichte, als man gemeinhin vermutet. Bereits im Jahr 1596 soll der Engländer John Harington im Auftrag von Königin Elisabeth I. eine Wasserspülung erfunden haben, wird in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia behauptet. Durchgesetzt habe sich das erste Wasserklosett in England allerdings erst 1775. Dessen Erfinder Alexander Cumming soll zeitgleich auch ein gekrümmtes Rohr zur Geruchsvermeidung erfunden haben. Der Siphon habe sich allerdings erst 100 Jahre später durchgesetzt.

Das gemeine Volk freilich musste sich noch lange Zeit mit ganz schlichten Modellen, also dem Plumpsklo, zufrieden geben, ehe sich in Mitteleuropa das „WC“ (Wasserclosett) durchsetzte. Dessen Entwicklung schreitet immer wieder voran. So verfügen moderne Toilettenspülungen in öffentlichen Einrichtungen zuweilen sogar über Sensortechnik, sodass ohne jegliche Berührung beim Verlassen der Toilettenkabine automatisch gespült wird. In der öffentlichen Toilette hinter dem Rathaus Bonndorf kommen derweil Nostalgiker noch voll auf ihre Kosten. Hier gibt es noch den Druckspüler.