Grafenhausen, Löffingen und Titisee-Neustadt haben bereits vorgelegt. Nun möchte Bonndorf nachziehen und das Angebot der Kinderbetreuung durch einen Waldkindergarten erweitern. Der Gemeinderat stellte hierfür 200.000 Euro in die Projektliste zur Investitionsplanung des laufenden kommunalen Haushalts ein. Im Waldkindergarten sollen 20 Plätze für Kinder ab drei Jahre geschaffen werden. Die Standortfrage ist noch ungeklärt.

Stimmen zum Waldkindergarten

Die Kinderzahlen nehmen zu, und allein schon deshalb spreche sie sich für die Einrichtung eines Waldkindergartens aus, so Stadträtin Mechthilde Frey-Albert (Bürgerliste) in der Diskussion. Ein Waldkindergarten sei für die Stadt eine attraktive Angelegenheit, pflichtete Heidi Saddedine (SPD) bei. In Nachbarkommunen seien Waldkindergärten von Familien nachgefragt.

Das könnte Sie auch interessieren

Stadtrat Gernot Geng (Bürgerliste) hielt die Einrichtung eines Waldkindergartens mit Wagen nicht für zwingend notwendig. Er regte an, freie kommunale Räumlichkeiten auf ihre Eignung zur Nutzung zu überprüfen. Die Kinder könnten sich draußen aufhalten, hätten dann aber bei sehr schlechtem Wetter eine feste Unterkunft.

Die Stadtverwaltung habe bereits verschiedene Möglichkeiten geprüft, äußerte sich Bürgermeister Marlon Jost. Alle Optionen wiesen Mängel auf. Überprüft worden sei von der Stadtverwaltung unter anderem die Möglichkeit, das ehemalige Schulhaus in Dillendorf entsprechend umzubauen, erläuterte Hauptamtsleiter Harald Heini auf Anfrage. Dies wäre nur durch Anbaumaßnahmen an der bestehenden Bausubstanz möglich gewesen. Ein weiterer Ansatz, einen Waldkindergarten über eine Containerlösung zu verwirklichen, wäre noch teurer geworden, so Harald Heini. Die Einführung eines kommunalen Waldkindergartens ziehe zudem die Aufstockung mit Fachpersonal nach sich.

Der Gemeinderat entschied sich, einen nach pädagogischen Gesichtspunkten eingerichteten Wagen für einen Waldkindergarten anzuschaffen. Die Standortfrage wurde allerdings offengelassen. Die zunächst für das Projekt in die Liste eingestellten 500.000 Euro wurden auf 200.000 Euro gestutzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Das Ratsgremium sprach sich auf der Projektliste für weitere Investitionen in die Kinderbetreuung aus (siehe Infobox). Die finanziell bedeutendste Investition sind 200.000 Euro als zweite Rate für die Erweiterung des Kindergartens Obertal. Auf knapp 240 Quadratmetern (18,8 Meter auf 12,75 Meter) soll an der Ostseite des Gebäudes eine Kinderkrippe mit zehn Plätzen untergebracht werden.

Geld für Zentralküche

Zukunftsmusik ist ein Zentralküchenbau, über den die kommunalen Kindergärten und die Senioreneinrichtung St. Laurentius versorgt werden könnten. Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich für die Einstellung einer ersten Planungsrate. Stadträtin Martha Weishaar (CDU) forderte in der Sache ein konzeptionelles Vorgehen ein und merkte an, dass eine Standortfrage eng mit den Planungen für Baumaßnahmen an St. Laurentius geknüpft sein müsse, die die Stadt aufgrund von Vorschriften der Landesheimbauverordnung bis zum Ende des Jahrzehnts umzusetzen habe. Ein Zentralküchenbau tangiert über Seniorenwohnheim und Kindergärten hinaus möglicherweise auch die Grundschule des Bildungszentrums. Dort sei die Einführung einer Ganztagsbetreuung 2026 mit Essensangebot vorgesehen, ergänzte Marlon Jost.

In die Projektliste aufgenommen wurden, die kommunalen Kindergärten betreffend, Maßnahmen im Netto-Investitionsvolumen von 336.500 Euro (Ausgaben 486.500 Euro, geplante Einnahmen 150.000 Euro). Das sind rund ein Siebtel der Netto-Investition von 2,478 Millionen Euro der beschlossenen Investitionsliste zum kommunalen Haushalt.

Projekte in Kindergärten

In die Projektliste zum Investitionsplan des kommunalen Haushalts 2022 wurden eingestellt:

  • Kindergarten Obertal: Neubau (zweite Rate) 200.000 Euro (Einnahmen 150.000 Euro).
  • Kindergarten Meisenweg: Geräteschuppen/Gartenhaus: 5000 Euro.
  • Kindergarten Martinstraße: Umgestaltung 10.000 Euro.
  • Waldkindergarten: Zusätzliche Kindergartenräume für neue Gruppe: 200.000 Euro.
  • Kindergarten Wellendingen: Lärmschutz 10.000 Euro, Putzschrank 1500 Euro.
  • Kindergarten Wunderfitz: Hochwasserschutz 20.000 Euro.
  • Kindergarten und St. Laurentius: Zentralküche (erste Planungsgrate): 20.000 Euro.