In hellem Rot leuchtet der neue Belag aus Douglasienholz auf dem Hockenjos-Steg bei Bad Boll. In einer Gemeinschaftsaktion der Schwarzwaldvereine aus Löffingen und Bonndorf wurde der angefaulte Belag aus dem Jahr 1990 rechtzeitig vor der Ferienzeit ersetzt.

Beim Montieren der neuen Gitterroste aus Douglasienholz wurde geklotzt und nicht gekleckert.
Beim Montieren der neuen Gitterroste aus Douglasienholz wurde geklotzt und nicht gekleckert. | Bild: Martin Schwenninger

Die Holzkonstruktion der zehn Gitterroste wurde in der Zimmerei von Philipp Schwörer in Unadingen durch die ehrenamtlichen Helfer des Schwarzwaldvereins unter der Regie von Ernst Albert (Bonndorf) und Roland Stefan (Löffingen) vorgefertigt. Das Auswechseln der Roste vor Ort in Bad Boll entwickelte sich für die Helfer zu einer schweißtreibenden Arbeit. Die alten Roste trieften vor Nässe und waren entsprechend bleischwer. Doch nach drei Stunden konnten die sieben Helfer sich gemeinsam mit den ersten Wanderern über das gelungene Werk freuen.

Ortsgruppen arbeiten Hand in Hand

Wutachranger Martin Schwenninger ist dankbar über die Gemeinschaftsaktion zwischen den Bonndorfern und Löffingern. Statt lange die aktuellen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten für die Brücke zwischen den Ortsgruppen und dem Hauptverein hin und her zu wälzen, haben die Ortsvereine kurzerhand selbst die Initiative ergriffen und Fakten geschaffen, freut sich Schwenninger, der auch Vorsitzender der SWV-Ortsgruppe Bonndorf ist.

Der in die Jahre gekommene Belag des Hockenjos-Stegs in der Wutachsschlucht wurde jetzt von ehrenamtlichen Helfern der Schwarzwaldvereine Bonndorf und Löffingen erneuert.
Der in die Jahre gekommene Belag des Hockenjos-Stegs in der Wutachsschlucht wurde jetzt von ehrenamtlichen Helfern der Schwarzwaldvereine Bonndorf und Löffingen erneuert. | Bild: Martin Schwenninger

Die Brückenkonstruktion selbst am Hockenjos-Steg stammt aus dem Jahr 1964 und wurde vom Schwarzwaldverein Bonndorf als sogenannter „Bad Boller Steg“ erstellt. Die Bauweise aus lamellenverleimten Holzbogenbindern von 25 Metern Länge war damals eine technische Neuheit. Sie wird aufgrund der durchdachten Konstruktion und guten Pflege noch Jahrzehnte ihren Dienst in der feuchten Schlucht tun. Berichten zufolge bestand schon vor dem zweiten Weltkrieg flussabwärts eine eiserne Fahrbrücke, die den Kurort Bad Boll mit der Reiselfinger Seite verband. Im Jahr 1947 fiel diese einem Hochwasser zum Opfer.

Ein sofortiger Aufbau nach dem Krieg war indes aus mangelnden finanziellen Ressourcen nicht möglich. Erst Anfang der 1960-er Jahre gelang es dem damaligen Vorsitzenden des Schwarzwaldvereins Bonndorfs, Alexander Ebner, nach vielen Gesprächen und Bittbriefen eine gesicherte Finanzierung des Vorhabens mit einem Kostenumfang von 64.000 DM auf die Beine zu stellen.

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