Ehemals zwischen 20 bis 25 Kunden, derzeit zwischen 40 bis 50 Personen, frequentieren an den Öffnungstagen den Tafelladen. Neukunden, wie etwa auch Flüchtlinge aus der Ukraine, lassen die Besucherzahl im Tafelladen anwachsen. Madeleine Probst vom Bürgerservice Bonndorf, kommunale Ansprechpartnerin in Angelegenheiten des Tafelladens, bestätigt die steigende Nachfrage.

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Berechtigt zum Einkauf im Tafelladen seien allerdings wesentlich mehr als die derzeit bis zu 50 Kunden je Öffnungstag, weiß Probst. Demnach gibt es zwischen 150 bis 200 Berechtigte. Seit Eröffnung im Jahr 2008 seien 230 Ausweise ausgestellt worden. Aber nicht nur an Einwohner aus Bonndorf und Ortsteilen, sondern auch aus den Gemeinden Wutach, Ühlingen-Birkendorf und Grafenhausen sowie der Stadt Stühlingen. Die größte Gruppe, die zum Einkauf berechtigt ist, sind Rentner, gefolgt von kinderreichen Familien und Empfängern von Arbeitslosengeld II. Die aktuelle Situation, so Probst, ziehe hin und wieder einen Versorgungsengpass im Ladenangebot nach sich. Nicht zuletzt trage der Krieg in der Ukraine zur gestiegenen Nachfrage bei. Bisher habe die Tafel in Bonndorf allerdings jeden Kunden einigermaßen versorgen können.

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Der Tafelladen bietet Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs an. Spender und Sponsoren des Tafelladens seien Lebensmittelmärkte, Einzelhandelsgeschäfte, Geldinstitute, aber auch Vereine, Firmen, Kirchengemeinden und Private, sagt Probst. Natürlich gebe es kein Vollsortiment, lediglich gespendete Waren würden verkauft. Dazu gehören Lebensmittel mit nahendem Mindesthaltbarkeitsdatum und Waren aus Überproduktionen, schadhaften Serien oder aus Falschlieferungen. Die Waren im Tafelladen sind ein Zehntel bis ein Fünftel günstiger als der Ursprungspreis. Mit dem Erlös werden die laufenden Kosten wie Miete, Strom oder Fahrzeuge gedeckt.

Die Pandemie hinterlässt auch im Tafelladen Spuren. Laut Probst mussten die Öffnungszeiten reduziert werden, und es stehen weniger Ehrenamtliche zur Verfügung. Das Organisationsteam ist daher auf der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Derzeit gibt es im Ladengeschäft vier Verkaufsteams mit je vier bis fünf Mitarbeitern sowie sechs Fahrerteams mit je zwei Mitarbeitern, die Waren anliefern.

Ziel des Tafelladens in Bonndorf ist es, die Situation von bedürftigen Menschen zu verbessern, die sozial benachteiligt sind und die ihre existentiellen Bedürfnisse nicht ohne Weiteres befriedigen können. Ansprechpartner für den Tafelladen Bonndorf sind derzeit Mechthilde Frey-Albert von der Caritas Sozialstation Hochrhein, Eva Dietsche vom Ehrenamt Bonndorf und Madeleine Probst von der Stadtverwaltung Bonndorf.