Aus der Not eine Tugend zu machen, gelang dem Skiclub Ewattingen mit dem ersten „Ski Cross Cup“ im Januar. Der dritte Winter ohne großartigen Schneefall – „wir mussten im Januar etwas organisieren“, erinnert sich Skiclub-Vorsitzender Jochen Müller. Eine zweite Auflage wird es im kalendarischen Winter 2020/21 nicht geben, vielleicht aber im nächsten Sommer. Die Infrastruktur am Skihang Auf Sandern wurde derweil für die Saison vorbereitet.

Etwa 15 Teilnehmer hatten die besten Grasski-Talente der Region im Januar unter sich ausgemacht, zum Gaudi vieler Zuschauer, überwiegend aus Ewattingen und Bonndorf. Der durchschlagende Erfolg im Januar habe ihn selbst etwas überrascht, erzählt Jochen Müller im Gespräch. Doch letztlich sei das Ziel erreicht worden, der Gemeinde am Skihang Auf Sandern etwas zu bieten.

Ski Cross Cup eher im Sommer

Wird es im kommenden Winter eine zweite Auflage des „Ski Cross Cup“ geben? Aller Wahrscheinlichkeit nicht, im Verein denke man jedoch über eine Veranstaltung im Sommer 2021 nach. Es werde dann wohl spontan entschieden, ob und wann der Grasski-Wettbewerb stattfindet. Entscheidend für die zeitliche Verlegung sei gewesen, dass die Grasnarbe zu stark leide, wenn in einem Wintermonat mit dünner Schneedecke gefahren wird. Der Organisationsaufwand sei für eine derartige Veranstaltung hoch, denn die Grundstückseigentümer müssen grünes Licht geben. Zudem seien geschützte Flächen zu berücksichtigen, die auf keinen Fall befahren werden dürfen.

… Wenn‘s dann mal Schnee hat, herrscht an der Talstation aber durchaus Betrieb. Bilder: Stefan Limberger-Andris, Skiclub, Wolfgang Scheu
… Wenn‘s dann mal Schnee hat, herrscht an der Talstation aber durchaus Betrieb. Bilder: Stefan Limberger-Andris, Skiclub, Wolfgang Scheu | Bild: Skiclub Ewattingen

Der Skiclub Ewattingen steht trotz unsicherer Schneeaussichten zum Skilift Auf Sandern, der auf rund 790 Meter ü. NN befindlich als tiefgelegenster Lift für winterliches Vergnügen in Südbaden gilt. Nach etwa 200 Pistenmetern (Jochen Müller: „Einige Schwünge sind dabei schon eingerechnet.“) erreicht man die Talstation auf etwa 735 Meter ü. NN.

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Die Möglichkeit, Auf Sandern Ski fahren zu können, sei sicherlich kein Zugpferd, um den Winterurlaub in Ewattingen zu buchen, sagt Jochen Müller lachend. Überschaubar sei die Anlage, jedoch ausreichend für ein winterliches Vergnügen für Einheimische und Gäste der näheren Umgebung während der Woche und beim Flutlichtfahren, wenn denn Schnee liegt. Apropos Schnee – Kunstschnee, das sei für den Skiclub keine Alternative zum richtigen Schnee.

Eine weitere Auflage des „Ski Cross Cup“ wird es frühestens im Sommer 2021 geben, so die Planung des Skiclubs Ewattingen.
Eine weitere Auflage des „Ski Cross Cup“ wird es frühestens im Sommer 2021 geben, so die Planung des Skiclubs Ewattingen. | Bild: Wolfgang Scheu

Betriebsstunden des Skilifts Auf Sandern erreichen mit konstanter Regelmäßigkeit keine saisonalen Höchstwerte die etwa mit dem Feldberg vergleichbar wären – mehr als 100 Stunden wie 2006 und 2015 erscheinen für die Ewattinger Einrichtung schon rekordverdächtig. 1984 waren es sogar mal 150 Stunden. In den für den Skiclub Ewattingen goldenen 1980er Jahren wurde übrigens der alte Lift aus dem Jahr 1966 abgerissen und durch die jetzt noch bestehende größere Anlage aus Bayern 1986 ersetzt. Sogar eine Pistenwalze aus Österreich war damals angeschafft worden.

Der Skiclub investiert noch immer viel Zeit der Mitglieder, aber auch jede Menge Geld in den Skilift Auf Sandern. Mehrere hundert Euro kosten die jährliche TÜV-Abnahme und die zweijährliche Seilprüfung, weiß der Vorsitzende. In einen neuen, kleineren Pistenbully habe man 2019 etwa 25.000 Euro investiert – finanziert durch den Verein, aber vor allem auch durch den Verkauf älteren Geräts und die Unterstützung durch die Gemeinde, ein Geldinstitut, den Badischen Sportbund und Spenden. Auch die Mitgliedschaft im Liftverbund Feldberg sei förderlich.

Für die kommende Saison engagierten sich rund zehn Vereinsmitglieder an drei Samstagen, um einen Betrieb des Schlepplifts in der nahen Saison zu ermöglichen. Diese wird, zumindest formell, am 11. November eingeläutet, wenn der TÜV der Anlage die Plakette erteilen sollte. Die Liftwarte Michael Thoma und Leonard Riester stehen auf jeden Fall bereit. Der Skiclub Ewattingen muss dann nur noch ein Hygienekonzept für den eigentlichen Betrieb erarbeiten.