Nicht nur die Nachfrage nach Wohnbauland ist in Bonndorf groß, auch im gewerblichen Bereich ist der Bedarf enorm: Alle bislang zur Verfügung stehenden Gewerbeflächen der Stadt im Gebiet Breitenfeld sind verkauft, konkrete Anfragen von weiteren Interessenten liegen bereits vor. Vor diesem Hintergrund hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nun beschlossen, weitere rund 14 Hektar Fläche für eine Gewerbeansiedlung zu überplanen und zu erschließen.

Die Stadt stehe unter Druck, die zeitnahe Erschließung des Erweiterungsgebietes sei unumgänglich, erläuterte Franziska Dietsche vom Stadtbauamt, die den Entwurf des Bebauungsplans „Breitenfeld IV“ im Gremium vorstellte. Nur wenn die Stadt ein kontinuierliches Angebot an gewerblichen Bauflächen vorhalten kann, könne die Abwanderung von Betrieben in andere Kommunen verhindert werden, begründete Dietsche die Erweiterungspläne und verwies dabei auch auf die Sicherstellung und Schaffung von Arbeitsplätzen. „Bereits jetzt liegen uns konkrete Anfragen nach Gewerbeflächen vor“, sagte Franziska Dietsche.

Der präsentierte Bebauungsplanentwurf stellt den vierten Bauabschnitt des Gewerbegebietskomplexes „Breitenfeld“ dar, der im Jahr 1995 auf den Weg gebracht wurde. Nachdem der erste Bauabschnitt bebaut war, wurde im Jahr 2004 der zweite Bauabschnitt umgesetzt. Im Jahr 2013 folgte aufgrund der hohen Nachfrage der dritte Abschnitt „Breitenfeld III“, in diesem Bereich sind nun ebenfalls alle Grundstücke verkauft.

Jetzt sollen weitere rund 14 Hektar im Anschluss an die Bauabschnitte I und III in Richtung Münchingen erschlossen werden. Die Flächen werden derzeit landwirtschaftlich genutzt. Eine rund 1,3 Hektar große Fläche innerhalb des Plangebietes bleibt in der landwirtschaftlichen Nutzung, da der Grundstückeigentümer einem Verkauf nicht zugestimmt hat. Abzüglich weiterer Grünstreifen und Verkehrsflächen umfasst das Nettobauland im Bereich „Breitenfeld IV“ 9,34 Hektar.

Nach den Worten von Franziska Dietsche soll das Plangebiet über einen neuen Anschluss an die Landstraße 171 erschlossen werden. Innerhalb des Gebietes ist eine Ringstraße geplant und ein Anschluss an das bestehende Gewerbegebiet. Von dort ist dann auch die Kreisstraße 6516 erreichbar. „Der Plan ist schlüssig und flexibel“, sagte Stadtrat Ingo Bauer nach der Vorstellung des Entwurfs.

Er sprach sich für eine schnelle Umsetzung aus, schließlich würde die Neuansiedlung oder die Umsiedlung von Betrieben auch Arbeitsplätze sichern. Gernot Geng zeigte sich ebenfalls einverstanden mit der Planung. Er stellte noch die Frage, ob beim Abzweig von der L171 ins neue Gewerbegebiet eine Abbiegespur geplant ist.

Dazu Bürgermeister Scharf: Es sei durchaus möglich, dass eine Abbiegespur gefordert werde. Das wäre dann aber eine teure Angelegenheit. Insgesamt machte der Rathauschef darauf aufmerksam, dass man die einstigen Baulandpreise (anfangs knapp 20 Euro pro Quadratmeter) nicht mehr halten könne. Unter 50 Euro pro Quadratmeter werde nichts mehr gehen, es sei denn, die Stadt beschließe, die das Bauland zu fördern.

Auf die Frage von Tilman Frank, ob im neuen Gewerbegebiet der Bau eines Feuerwehrgerätehauses möglich wäre, antwortete die Verwaltung mit „Ja“. Der Aufstellung des Bebauungsplans „Breitenfeld IV“ stimmte das Gremium zu.