Wer kennt es nicht: Der Winter steht vor der Tür und die Bekleidung passt nicht mehr. Eltern können ein Lied davon singen, wie schnell die Kinder aus ihren Hosen, Jacken und Schuhen herausgewachsen sind. Kürzlich fand in der Stadthalle der Brettlemarkt des Skiclubs statt. Hier konnten sich Groß und Klein auf den Wintersport vorbereiten. Ein Pendant dazu bietet der Ortsverein Bonndorf des Deutschen Roten Kreuzes ganzjährig mit dem Kleiderkreisel an.

Beim Kleiderkreisel (Ecke Paulinerstraße/Schlossstraße, neben dem Gasthaus „Sonntag“) können seit 2015 alle Interessierten gut erhaltene Kleidung, Schuhe und andere Dinge des täglichen Gebrauchs gegen einen kleinen Obolus erhalten. Diana Duttlinger leitet mit der DRK-Ortsvereinsvorsitzenden Stefanie Schwenninger den Kleiderkreisel. Unterstützt werden sie derzeit von 14 Frauen. Zwei ebenfalls ehrenamtlich tätige Männer engagieren sich bei den monatlichen Annahmeterminen im Frida-Kessler-Haus. Im Hintergrund sind immer wieder bereitwillige Unterstützer aktiv, die bei außergewöhnlichen Aktivitäten und Aktionen mithelfen.

Wie kann man sich den Ablauf von der Kleiderspende bis zum Verkauf vorstellen? Das wollten diese Zeitung von Stefanie Schwenninger wissen. In dieser ersten Folge einer kleinen Serie zeigen wir auf, wann und wohin die Spenden abgegeben werden können.

„Die Anlieferungswege sind sehr übersichtlich. Aus der Raumschaft Bonndorf und der näheren Umgebung kommen die Kleiderspenden“, berichtet die stellvertretende Leiterin des Kleiderkreisels, Stefanie Schwenninger. „Sie können an Annahme-Samstagen am Frida-Kessler-Haus abgegeben werden. In der Regel ist das der erste Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr. Andere Abnehmer werden nicht beliefert“, betont die DRK-Ortsvereinsvorsitzende.

In den Verkauf zum Kleiderkreisel gehen nur die Waren, die explizit für den Kleiderkreisel abgegeben werden. Die Säcke für die DRK-Altkleidersammlung, die ebenfalls beim Frida-Kessler-Haus abgegeben werden können, bleiben ungeöffnet dort. Sie werden bis zur nächsten Altkleidersammlung gelagert. Wichtig ist es Stefanie Schwenninger, zu betonen, dass der DRK-Kleiderkreisel keine Waren an eine Firma abgibt, sondern ausschließlich an die Kunden im Bonndorfer Geschäft am Schlossplatz. „Der Kleiderkreisel hat im Rahmen der DRK-Arbeit auch die Verpflichtung, Kleidung bereit zu halten für Menschen nach Katastrophenfällen und in besonderen Notlagen. In diesem Bereich arbeiten wir eng mit den Rathäusern und den im Landkreis aktiven, anerkannten Beratungsstellen zusammen.“

Der Behauptung, dass der Kleiderkreisel Bonndorf von Zalando oder anderen Firmen mit Schuhen oder sonstigen Textilien versorgt würde, widerspricht die DRK-Vorsitzende Schwenninger vehement. „Die Kleiderspenden kommen, wie erwähnt, ausschließlich aus der Bonndorfer Bevölkerung und aus der Umgebung.“

Doch was geschieht mit schadhafter, nicht mehr verwertbarer Bekleidung? Interessant zu erfahren ist, dass nicht mehr tragbare Textilien vom Roten Kreuz an eine Verwertungsgesellschaft abgegeben werden, welche die wertvollen Rohstoffe weiterverarbeitet. So entstehen zum Beispiel Fußmatten, Autositzbezüge oder Putzlappen. Fünf Prozent der gesammelten Kleidung werden in zentralen Katastrophenschutzlagern nach Klimazonen getrennt bereitgehalten.

Eines gibt Stefanie Schwenninger zu bedenken: „Leider landen viele Tonnen gebrauchte Kleidung im Hausmüll, vergrößern den Müllberg und stellen eine Belastung für die Umwelt dar. Denn vielen Bundesbürgern ist nicht bekannt, dass Textilien mit synthetischen Stoffen wie Polyester oder Polyamid laut Deutschem Abfallgesetz als Sondermüll einzuordnen sind. Mit dem Erlös kann das DRK die Jugendarbeit, den Suchdienst oder unsere ehrenamtlichen Bereitschaften unterstützen, wie zur Anschaffung von Ausrüstung, die im Katastrophenschutz benötigt wird.“