Brot ist nicht gleich Brot. Wer sich schon mal bewusst durch die Vielfalt an Brotsorten gegessen hat, der weiß, dass es riesige geschmackliche Unterschiede gibt, die nicht nur auf die verschiedenen verwendeten Getreidesorten zurückzuführen sind, sondern auch auf die Herstellung und die Beimischung sonstiger – nicht immer erwünschter – Zutaten.

Verbrauchern ist die Regionalität wichtig

Brotfeinschmecker setzen auch bei diesem Grundlebensmittel auf Qualität und Regionalität: Brot aus heimischem Getreide, hergestellt in heimischen Bäckereien oder von Kennern der traditionellen Brotbackkunst wird der massenhaft produzierten Discounterware vorgezogen.

Einkornbrot aus einer uralten Getreidesorte

Ein ganz neues Produkt ist nun seit Kurzem auf dem Markt in der Region Bonndorf: ein Urkorn – beziehungsweise Einkornbrot. Ideengeber für dieses Brot aus einer uralten Getreidesorte ist Wilfried Kaiser aus Wangen. Der Betreiber eines Geflügelhofes und Vorsitzender des BLHV-Stadtverbands Stühlingen ist bekannt dafür, immer mal wieder neue Wege im landwirtschaftlichen Bereich zu gehen.

Mehr Regionalität geht fast nicht, meint Wilfried Kaiser, der eine neue Brotsorte präsentiert: Brot aus Urkorn.
Mehr Regionalität geht fast nicht, meint Wilfried Kaiser, der eine neue Brotsorte präsentiert: Brot aus Urkorn. | Bild: Juliane Kühnemund

Linsen aus der Region

Vor einigen Jahren hat er mit dem Anbau von Linsen für Aufmerksamkeit gesorgt. Das Experiment hat geklappt – die „Kaiser Linsen“ aus der Region sind gefragt. 2017 hat der Landwirt auf seinem Hof das Projekt „Bruder Hahn“ gestartet. Weg von den Hochleistungshennen hin zum Zweitnutzungshuhn lautet dabei die Devise, ein Weg, das massenhafte Töten von männlichen Eintagsküken zu vermeiden.

Biologischer Pflanzenschutz beim Maisanbau

Und Wilfried Kaiser macht sich noch für eine weitere Sache stark: den biologischen Pflanzenschutz beim Maisanbau. Er setzt Schlupfwespen gegen den Schädling Maiszünsler ein. Die Eier der Schlupfwespe werden per Drohne über den Maisfeldern ausgebracht. Auf chemische Insektizide kann verzichtet werden. „Der biologische Pflanzenschutz aus der Luft zeigt bislang sehr gute Ergebnisse“, sagt Wilfried Kaiser und freut sich, dass diese Methode, den Maiszünsler zu bekämpfen, immer mehr Anhänger in der Region findet.

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Aber zurück zum Brot. Mit dem Anbau der alten Getreidesorte Urkorn, oder auch Einkorn genannt, hat Wilfried Kaiser einen neuen Versuchsballon gestartet. Diese Getreideart wurde in der Vergangenheit kaum verändert, weshalb sie als besonders gut bekömmlich gilt. Zu Mehl verarbeitet wird das Urkorn in der Blattert-Mühle in Wellendingen und in einem jungen Bäckermeister in der Bäckerei/Konditorei Roters in Lenzkirch hat Kaiser nun auch einen Fachmann gefunden, der das Mehl zu Brot verarbeitet. „Mehr Regionalität geht fast nicht“, freut sich der Landwirt, „das Korn wächst in Wangen, gemahlen wird es in Wellendingen und Brot gebacken wird in Lenzkirch“.

Hier gibt es das Urkornbrot

Erhältlich ist das Urkorn- oder Einkornbrot im Laden der Familie Kaiser in Wangen und in der Bäckerei Roters in Lenzkirch. Und auch auf Naturparkmärkten wird das Brot angeboten werden. Es sei wichtig, die Wertschöpfung in der Region zu steigern, sagt Kaiser, der auch schon eine neue Idee im Kopf hat: nämlich Nudeln aus Einkorn.