Der Verein Haus & Grund Lenzkirch/Bonndorf war auf Energietour in Bonndorf. Die Tour wurde von Siggi Duffner und dem ehemaligen Umweltarbeitskreis Bonndorf vorbereitet. Man begann mit dem Projekt „Nahwärme Bonndorf“ in der Heizzentrale in der Bahnhofstraße.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Nahwärmenetz: Jutta Gaukler von der Firma solarcomplex AG – der Betreiberin der Bonndorfer Nahwärmenetzes – stellte das Projekt vor. Stufe 1 („Bonndorf West“) wird von der Bahnhofstraße aus versorgt. Die Wärmeenergie für rund 180 Abnehmer kommt zu rund 90 Prozent aus Hackschnitzeln. Der Rest ist Abwärme der Firma Dunker und Solarthermie. Rund 90 Prozent in Stufe 2 („Bonndorf Mitte“) wird von der Abwärme eines erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerkes (BHKW) der Firma Adler-Fleischwaren zur Verfügung gestellt.

Nur für den Spitzenbedarf – wie extrem langandauernde Kälteperioden im Winter – steht ein heizölbetriebener Standby-Brenner zur Verfügung. Stufe 3 („Bonndorf Ost“) ist in Vorbereitung, sie soll die Vogelsiedlung, den Osten Bonndorfs versorgen. Die „Nahwärme Bonndorf“ erzeugt derzeitig ein Äquivalent von 10,4 Millionen Kilowattstunden Wärme, dies entspricht rund 22 Prozent des privaten Wärmebedarfs in Bonndorf.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Firma Messerschmid: Die zweite Station der Energietour war die Firma Messerschmid, sie wurde von Wolfgang Knaak gekonnt vorgestellt. Ihr Schwerpunkt ist der Vertrieb und die Wartung von Blockheizkraftwerken verschiedener Größen – vom „Dachs“-Einzylindermotor mit fünf Kilowattstunden Strom und zehn Kilowattstunden Abwärme bis zu Anlagen mit Hunderten von Kilowattstunden Strom. Letztere werden häufig von Stadtwerken betrieben. Hier wird Elektrizität und Wärmeversorgung von derselben Firma vertrieben. Fast alle Blockheizkraftwerke der Firma Messerschmid werden mit Erdgas betrieben, dieser Treibstoff arbeitet wesentlich zuverlässiger als Heizöl.
  • Windkraft: Die dritte Station war der Besuch des Windrades beim „Krummen Föhrle“. Sie wurde von Geschäftsführer Uli Spielberger vorgestellt. Die beiden Bonndorfer Windräder werden von einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts betrieben und sind im Besitz von etwa 30 Bonndorfer Bürgern. Die Finanzierung erfolgte zu 40 Prozent von den Gesellschaftern, der Rest von 60 Prozent wurde von der Sparkasse Bonndorf-Stühlingen auf Darlehensbasis mitfinanziert. Die Jahresleistung der beiden Anlagen beträgt durchschnittlich rund 1,25 Millionen Kilowattstunden Elektrizität, dies entspricht etwa 16 Prozent des privaten Strombedarfs von Bonndorf.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Zusammenfassung: Das abschließende Referat zur Bonndorfer Energietour hielt Siggi Duffner im Gasthaus „Krone“ in Holzschlag. Er fasste die Daten zu den in Bonndorf vorhandenen erneuerbaren Energien zusammen. Demnach erzeugen private Photovoltaikanlagen derzeitig 2,6 Millionen Kilowattstunden Strom – mit steigender Tendenz. Dies entspreche laut Duffner 32 Prozent des privaten Strombedarfs in der Stadt Bonndorf.