Der zweitägige Bonndorfer Weihnachtsmarkt, der bereits Vierte seiner Art, herrlich gelegen im Garten vor dem Hauptportal des barocken Schlosses, war erneut der Publikumsmagnet und überzeugte neben einem vielfältigen Marktangebot mit abwechslungsreichem Rahmenprogramm, das auch den Interessen vieler Kinder gerecht wurde. Dass der immer wieder teils heftig herunterprasselnde Regen der Erfolgsgeschichte des Marktes vor dem Schloss nicht wirklich schaden konnte, lag an der „Wetterfestigkeit“ der Besucherinnen und Besucher aus nah und fern. Dickes Lob gebührt ebenso den Marktbeschickern, die sich gerne umsatzfreundlicheres Wetter gewünscht hätten, aber trotzdem mit Gelassenheit ihre Geschenkideen, Dekos und Leckereien feil boten.

Bürgermeister Michael Scharf eröffnete den Markt am Samstag kurz nach 15 Uhr zusammen mit der Bläserjugend der Bonndorfer Musikvereine. Er listete die vielen Helferinnen und Helfer auf, die sich bei der Vorbereitung neben dem Organisationsteam (Tilman Frank, Petra Kaiser, Irene Behringer, Manfred Amann und Felix Schüle) mächtig ins Zeug gelegt hatten.

Proppevoll: Viele Besucher hatten sich bereits in den frühen Abendstunden eingefunden und gönnten sich neben Glühwein, Gebäck und deftigen Speisen auch manch musikalischen Genuss. Bilder: Erhard Morath
Proppevoll: Viele Besucher hatten sich bereits in den frühen Abendstunden eingefunden und gönnten sich neben Glühwein, Gebäck und deftigen Speisen auch manch musikalischen Genuss. | Bild: Erhard Morath

Im Gespräch mit der Zeitung betonte Tilmann Frank, dass es wiederum gelungen sei, vor allem kunsthandwerkliche, oft in Eigenproduktion fabrizierte Artikel ins Angebot zu bekommen. In den 25 Buden ließen sich zudem viele nahrhafte Köstlichkeiten erwerben, Wildfleisch aus eigener Jagd, alles rund um die Erzeugnisse von Imkern, oder Gebäck und Kuchenvarianten, die keine Wünsche offen ließen. Dass es wegen einer knappen Absage gelungen war, einen Kaffeeröster aus Löffingen zur Teilnahme zu bewegen, wusste Petra Kaiser aus dem Nähkästchen großer und kleiner Sorgen und Erfolgsgeschichten zu berichten.

Weihnachtslich: Ein vielfältiges Angebot gab es an den Verkaufsständen zu entdecken.
Weihnachtslich: Ein vielfältiges Angebot gab es an den Verkaufsständen zu entdecken. | Bild: Erhard Morath

Gut angenommen, wie bei allen Weihnachts-, Advents- und Wintermärkten, wurden die nahrhaften, vor Ort zubereiteten heißen Sachen: Glühwein, Punsch, Kaffee, Würste, Steaks, Schupfnudeln, Waffeln – um nur einige aufzuführen. Mit einem vielfältigen musikalischen und durchweg live gebotenem Programm punktete der Bonndorfer Weihnachtsmarkt. Die Stadtmusik, aber auch die Bläserjugend unter Leitung von Felix Schüle gaben mit ihren Liedern jene wohlige Untermalung, die sonst oft kalt und fremd aus den Lautsprecherboxen dröhnt. Dem standen die Kids und Teens des Lets-Fetz-Chores unter Leitung von Sabine Zausig in nichts nach. Auch sie sorgten für eine herzliche Atmosphäre mit ihren ebenso unbekümmerten wie professionell anmutenden Auftritten. In derselben Qualität traten auch die Blockflötenkinder der Musikschule Südschwarzwald mit Birgitt Auer auf, oder die VierSinger, ein Vokalensemble mit Edgar Roll, Jörg Bernhart, Sabine Zausig und Evelyn Maier, ebenso der Chor der Familie Kraft aus Schwaningen oder Jana Maier zum Abschluss des Sonntagprogrammes.

Märchen in der Schlossbibliothek

Und für alle jene, die es vielleicht etwas wärmer und im „Trockenen“ liebten, für die boten die Schlossnarrenstuben und Masken im Kellergewölbe, eine Bastelecke des Familienzentrums oder die Märchen und Geschichten in der Schlossbibliothek beste Unterhaltung und Kurzweil – ein bereichernder Mehrwert, den man an einem Weihnachtsmarkt nicht erwarten würde. Und wem nach dem offiziellen Ende am Samstag noch nicht zum Nachhausegehen zumute war, den zog es vielleicht in eines der Bonndorfer Wirtschaften, Cafés oder Gasthäuser. Im „Schnitzer“ wartete Livemusik mit dem Duo „Fun Music“ auf Besucher.