Um die Zukunft der Bushaltestelle „Zentrum“ geht es in der kommenden Gemeinderatssitzung im Sitzungssaal des Bonndorfer Rathauses. Im vergangenen halben Jahr seit der Einführung auf Probe hatte es immer wieder kritische Stimmen zum Buskonzept gegeben – zum einen an der zentralen Bushaltestelle in der Schwimmbadstraße, zum anderen allgemein am Haltestellenkonzept an der „Alte Post“.

Vermehrter Busverkehr und zusätzliche Abgasbelastung

Anlieger der Schwimmbadstraße klagten erst jüngst in einer Anwohnerversammlung über den vermehrten Busverkehr, zusätzliche Abgasbelastung und allgemein schwierige Verkehrsverhältnisse. In der Vergangenheit hatte es zudem eine aus der Bevölkerung heraus initiierte Unterschriftenliste zum Erhalt der Haltestelle „Alte Post“ als Einstiegshaltestelle nach früherem Muster gegeben. Das neue Buskonzept war im Dezember 2017 für ein Probejahr an den Start gegangen. Es soll vor allem den Schülerverkehr sicherer machen.

Stimmen zur Bushaltestelle

  • Tilman Frank: Realschulleiter Tilman Frank hält auf Nachfrage den Fortbestand der zentralen Bushaltestelle „Zentrum“ für nicht verhandelbar. Zu bedeutsam sei der Halt für die Sicherheit der dort ankommenden und abfahrenden Schüler des gesamten Bildungszentrums. Die Haltebucht in der Schwimmbadstraße, in deren Bau rund 90 000 Euro aus dem kommunalen Haushalt geflossen waren, sei die sicherste Variante für das Bildungszentrum. Für diskutabel hält Tilman Frank die inhaltliche Ausgestaltung des Buskonzepts was den Zustieg in die Busse an der Haltestelle „Alte Post“ betrifft. Als Gemeinderat im Bonndorfer Gremium werde er die beiden Themenbereiche natürlich in einer SPD-Fraktionsbesprechung noch vor der Ratssitzung diskutieren.
  • Gernot Geng: Auch Fraktionssprecher Gernot Geng (Bürgerliste) möchte an der Bushaltestelle „Zentrum“ festhalten, weil diese am optimalen Platz errichtet worden sei. Er hält die Sicherheit der Schüler für ein hohes Gut. Der Gemeinderat habe vor einem Jahr deshalb auch dem Buskonzept in der jetzigen Ausprägung für eine Probezeit von einem Jahr zugestimmt. Der Rat sollte jedoch bemüht sein, die Akzeptanz der Haltestelle durch die Anwohner der Schwimmbadstraße zu erhöhen, so Gernot Geng. Er könne sich ein Entgegenkommen beim Halt der Wanderbusse an den Wochenenden vorstellen. Diskutiert werden könnte etwa ein Halt in der Oberstadt, zumal davon auch die Gastronomie profitieren könnte. Lösungen gefunden werden müssten zudem in der Frage der Lärm- und Abgasbelastung der Anwohner sowie in der Frage der bislang fehlenden Toiletten – und letztlich auch in der Frage der Haltestelle am noch zu bauenden Schmidt’s Markt.
  • Max Nägele: Als „heißes politisches Eisen“ qualifiziert Fraktionssprecher Max Nägele (CDU) die Diskussion um die Bushaltestelle „Zentrum“. Natürlich werde die Fraktion dies diskutieren. Es gebe für ihn an diesem idealen Standort für die Schülerbeförderung jedoch nichts zu rütteln. Allerdings müsse der Rat einige Punkte hinterfragen, auch Kompromissbereitschaft den Anwohnern gegenüber zeigen – denn in der Sache „gibt es kein zurück, aber auch kein weiter so“. Möglicherweise hätte der Gemeinderat sich vor einem dreiviertel Jahr etwas mehr Zeit lassen sollen bei der Entscheidungsfindung.

Den Vorschlag von Gernot Geng, die Wanderbusse wochenends aus der Schwimmbadstraße abzuziehen, könne er nur unterstützen, sagt Max Nägele. Darüber hinaus müsse man sich fragen, ob in der schulfreien Zeit sämtliche Busse die Haltestelle „Zentrum“ anfahren müssen. Auch könne man sich laut Max Nägele überlegen, die Busbucht baulich etwas in Richtung Schulgebäude zu verlegen. Von vielen Bürgern sei er auf die Haltestelle „Alte Post“ angesprochen worden, so Max Nägele. Über die Unterschriftenliste (652 Unterschriften) könne man nicht hinweggehen. Man werde hier eine Lösung finden, so Nägele abschließend.