Im Stadtwald Bonndorf machen sich Folgen des Klimawandels bemerkbar. Der Wald gerät nach Trockenstress durch Schadinsekten unter Druck, Sturmtiefs wie Burglind (2018) setzen ihm zu. Stadtförster Steffen Wolf rechnet auch in diesem Jahr mit Käferholzmengen von knapp einem Drittel des normalen Hiebsatzes – eine Größenordnung, wie sie bereits 2018 angefallen war. Er beobachte seit längeren einen Ausfall der Tanne in den südlich Richtung Stühlingen gelegenen Revierteilen.

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Der Käferbefall von Fichten durch den Buchdrucker setzt sich nach dem trockenen Sommer 2018 fort. Steffen Wolf berichtet, dass die Waldarbeiter weitestgehend mit der Aufarbeitung von Käferholz beschäftigt seien. „Ich rechne mit ähnlichen Schadholzmengen wie im vergangenen Jahr.“

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Besonders schmerze der Ausfall von 100 bis 150 Jahre alten Tannenbeständen, die zur Saatguternte bestimmt seien. Er wisse nicht, wie diese Bestände bis zum Jahresende aussehen, er beobachte jedoch, wie sich die Kronen zunehmend rot verfärbten. Befallen werde die Tanne, die verzögert auf den Trockenstress des vergangenen Jahres reagiere, durch vier Schadkäferarten, etwa dem Krummzähnigen Tannenborkenkäfer und verschiedene Bastkäferarten.

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Der Stadtwald Bonndorf sei kein klassisches Hochlagenrevier, so Steffen Wolf. Erhebliche Teile liegen unterhalb 800 Meter ü. NN, teilweise finden sich Bestände bis 450 Meter ü. NN. Deswegen seien die Folgen des Klimawandels deutlich spürbar. Für ihn stelle sich die Frage, wie man auf den durch Schadinsekten betroffenen Flächen forstlich weiterarbeiten soll. Zwar werde ihm aus der kürzlich abgeschlossenen Standortkartierung der Waldflächen im Landkreis Waldshut eine Baumarteneignungskarte an die Hand gegeben. Diese werde jedoch die bisher üblichen Baumarten beinhalten, natürlich differenziert auf die Bodenverhältnisse.

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Steffen Wolf denkt jedoch weiter. Sollte man sich vielleicht noch mehr am Kleinstandort orientieren, ohne das Großräumige zu vernachlässigen? Wie sieht es mit dem Anbau von bisher nicht üblichen Baumarten aus? Und wichtig: Hat der Forst überhaupt noch die Zeit, dies auszuprobieren? Pauschale Antworten könne er als Revierförster darauf keine geben. Er erwarte jedoch Antworten der forstlichen Forschungsstellen auf die Frage, wie der Wald als gesellschaftlicher Wert an sich erhalten werden kann. Steffen Wolf hofft auf einen Umdenkungsprozess, an dem alle forstlich tätigen Bereiche beteiligt sein müssen – von den Kommunen und der Holzindustrie über die Forstverwaltungen bis hin zu Forschung und Lehre.