Es war ein überschaubarer Interessentenkreis, der sich zum Wahlkampfstammtisch eingefunden hatte – „eine kleine, feine Runde“, wie Daniel Poznanski bemerkte – die FDP-Kandidaten zur Kommunalwahl diskutierten trotzdem mit Herzblut. Sicherlich dem Besuch des südbadischen Europawahlkandidaten Sascha Tobler geschuldet, fokussierten sich die Themen erst nach und nach aufs Lokale.

Kritik an Kreis-Vergabe zum Backbone

Natürlich ging es um Europa als Erfolgsmodell. Und natürlich ging es Sascha Tobler auch um Probleme der Landwirtschaft oder um ausufernden Bürokratismus. Er, beruflich selbst in der IT-Branche unterwegs, übte Kritik an der Vergabe zum künftigen Backbone-Betrieb des Landkreises Waldshut. Er sei gespannt, wann das Signal für Schnelles Internet bei den Kunden ankommen werde.

Es gilt, ein „zartes Pflänzchen„ zu etablieren

Die Freien Demokraten als „zartes Pflänzchen„ in Bonndorf zu etablieren – dies sei nicht einfach. Daniel Poznanski, Vorsitzender der FDP Südlicher Hochschwarzwald und Gemeinderatskandidat, erinnerte an Hochzeiten der FDP als zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat, in der Zeit als der Landtags- und spätere Bundestagsabgeordneter Ralf Dahrendorf (1929 bis 2009) in Holzschlag ein Häuschen besaß. Daran wolle man anknüpfen – das Ziel ist gesteckt.

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Zu früherer Stärke zurückfinden

Maßgeblichen Einfluss auf die ehemalige FDP-Stärke dürfte eher Ehrenbürger und Stadtrat Ernst Schwörer gehabt haben, der als Bürgermeisterstellvertreter Mitte der 1950er Jahre Industriegeschichte durch die Ansiedlung der Unternehmen Dunkermotoren und Kienzle Feinbau (heute Hectronic) schrieb. Die persönliche Vorstellungsrunde der Kandidaten im „Kranz“ war knapp gehalten: Harald Hien, Tobias Bartsch, Thomas Reichle und Daniel Poznanski erläuterten ihre Lebensläufe. Kandidatin Julia Schorsch-Poznanski nahm an dem Abend nicht teil.

Daniel Poznanski (rechts), FDP-Vorsitzender Südlicher Hochschwarzwald, hatte mit Sascha Tobler (links) den Europawahlkandidaten der Freien Demokraten nach Bonndorf geholt.
Daniel Poznanski (rechts), FDP-Vorsitzender Südlicher Hochschwarzwald, hatte mit Sascha Tobler (links) den Europawahlkandidaten der Freien Demokraten nach Bonndorf geholt. | Bild: Stefan Limberger-Andris

Kleines, aber prägnantes Wahlprogramm

Die Kommunalwahl sei eine Persönlichkeitswahl, so Daniel Poznanski, trotzdem sollten sich parteipolitische Grundsätze in der Ratsarbeit widerspiegeln. Unter den fünf Kandidaten habe man sich auf ein kleines, prägnantes Wahlprogramm geeinigt:

Der Öffentliche Personen-Nahverkehr soll verbessert werden; die lokale Wirtschaft soll auf einem attraktiven Umfeld aufbauen; das Bildungswesen in Kindergärten und Schulen soll weiterentwickelt werden; die Stadtentwicklung soll nachhaltig geschehen; der Tourismus soll stärker gefördert werden; das Betreute Wohnen für Senioren soll ausgebaut werden; die medizinische Versorgung soll durch kommunales Engagement gestärkt werden.

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Raus aus der geografischen „Insellage“

Hierzu Thomas Reich: Bonndorf müsse wegen der geografischen „Insellage“ alles tun, um attraktiv zu bleiben. Tobias Bartsch befürchtet gar ein Ausbluten der Stadt, sollte nichts gegen diese „Insellage“ unternommen werden. Thomas Reich: Ein guter ÖPNV fördere Arbeitsplätze und Familienansiedlungen sowie eine verbesserter Bildungssituation – und dies führe zu einer Attraktivitätssteigerung – ein Kreislauf also. Bonndorf als ein Mitglied der Hochschwarzwald Tourismus GmbH würde einer solchen Entwicklung Impulse verleihen.

Die Kandidaten waren sich einig: Bonndorf biete Potenzial. Es müsse mehr getan werden, um die Stadt ökonomisch breiter aufzustellen und um Familien und Jugend Anreize zu geben, der Stadt treu zu bleiben oder hierher zu ziehen.