Das war eine Überraschung in der Hauptversammlung des SPD-Ortsvereins Bonndorf. Die Genossen durften sich über einen seltenen Gast in ihren Reihen freuen, nämlich Bürgermeister Michael Scharf (CDU).

Der Besuch Scharfs bei den Sozialdemokraten hatte aber einen Grund: Wohl wissend, dass auch die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter zur Versammlung kommen wird, hatte er das goldene Buch der Stadt dabei.

Nach dem langen Weg bis zur Regierungsbildung habe er sich sehr gefreut, dass Rita Schwarzelühr-Sutter erneut zur Staatssekretärin ernannt wurde, sagte Scharf. Der ganze Landkreis sei stolz darauf, durch ein solches politisches Schwergewicht in Berlin vertreten zu werden.

Der Bitte des Bürgermeisters, sich ins goldene Buch der Stadt einzutragen, kam Rita Schwarzelühr-Sutter gerne nach. Und mit ihr durften sich auch alle anwesenden Bonndorfer Sozialdemokraten im Goldenen Buch verewigen.

Zwei Neueintritte und zwei Austritte

Die Bonndorfer Genossen selbst zogen eine gemischte Bilanz über das abgelaufene Jahr. Anfangs euphorisch sei der Ortsverein ins Jahr 2017 gestartet, sagte der Vorsitzende Peter Schallmayer. Letztlich habe sich aber Enttäuschung über den Ausgang der Bundestagswahl breit gemacht.

Von zwei neugewonnenen Mitgliedern habe man eines wieder verloren, ein Mitstreiter sei weggezogen. 25 Mitglieder zählt der Bonndorfer SPD-Ortsverein, das Durchschnittsalter liegt bei 64 Jahren, außerdem hapert es an der Frauenquote. Diese Zahlen sind für den Vorsitzenden Anlass, sich ganz neu für die Zukunft auszurichten.

SPD soll wieder mit Inhalten punkten

Die SPD müsse wieder verstärkt mit Inhalten punkten, außerdem müsse die Suche nach neuen Mitstreitern intensiviert werden. Dies auch mit Blick auf die 2019 anstehenden Kommunal- und Kreistagswahlen.

Optimistisch stimmt den SPD-Vorsitzenden die Tatsache, dass der kleine Ortsverein durchaus politisch aktiv und auch erfolgreich ist. Mit einem Kreisrat, fünf Stadträten, einem Kreisvorstandsmitglied und zwei Jusos sei die Zahl der politischen Amtsträger in Relation zur Mitgliederzahl doch enorm.

Tillmann Frank neuer stellvertretender Vorsitzender

In der Versammlung standen auch Neuwahlen an. Einstimmig wiedergewählt wurde der Vorsitzende Peter Schallmayer. Beim Amt des stellvertretenden Vorsitzenden hatten sich zwei Bewerber gemeldet: Tilman Frank und Michael Kaufmann. Schließlich sprachen sich die Mitglieder mehrheitlich für Tilman Frank aus.

Michael Kaufmann wurde in seinem bisherigen Amt als Kassierer betätigt, Schriftführer bleibt Franz Rogg und Beisitzer sind Walter Reiser und Rolf Gantert.

Diskussion im Liste für Kommunalwahl 2019

Eine längere Diskussion entwickelte sich zu der Frage: „Wollen wir zur Kommunalwahl 2019 auch Kandidaten zulassen, die nicht Mitglied in der SPD sind?“ Tilman Frank sprach sich dafür aus, dass eine Parteimitgliedschaft nicht erforderlich sein sollte.

Auch im jetzigen Gemeinderat seien nicht alle Stadträte der SPD-Fraktion Mitglied der Partei und die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut. Außerdem könne die Qualität der Liste gesteigert werden, wenn man nicht auf das Parteibuch poche.

Anderer Ansicht war Walter Reiser. „Wir verkaufen die SPD zum Schleuderpreis, wenn wir die Liste für alle öffnen.“ Peter Schallmayer wiederum war dafür, keine Parteigrenzen zu ziehen, schließlich sei die Chance groß, dass die Kandidaten sich dann später noch für eine Mitgliedschaft entscheiden.

Michael Kaufmann konnte sich zwar damit anfreunden, dass Nicht-Mitglieder zur Kandidatur zugelassen werden. Er stellte aber den Antrag, dass diese im Falle ihrer Wahl auf mindestens einer SPD-Mitgliederversammlung anwesend sein sollten. Dieser Antrag wurde befürwortet. Damit ist die SPD-Liste also auch offen für Nicht-Mitglieder.