Bonndorf Vier junge Bonndorferinnen wollen mit Bettchen für herzkranke Kinder den Gründerpreis gewinnen

Die Bonndorferinnen Noemi Filia, Vivienn Frenzel, Lisa Hertenstein und Louisa Schreiber bewerben sich um den Deutschen Gründerpreis. Die Idee zur Teilnahme an dem Wettbewerb entsteht bei einer Seminararbeit.

Vier junge Bonndorferinnen bewerben sich beim Deutschen Gründerpreis. Ihr derzeitiger Punktestand beim Planspiel ist hoch. Noemi Filia, Vivienn Frenzel, Lisa Hertenstein und Louisa Schreiber wollen den Beweis erbringen, dass ihre Geschäftsidee von der Herstellung spezieller Babybettchen für herzkranke Babys zündend und damit erfolgversprechend ist.

Das Quartett besucht die zwölfte Klasse des Neustädter Wirtschaftsgymnasiums. Im Zusammenhang mit einer Seminararbeit entstand die Idee der Bewerbung um den Deutschen Gründerpreis. Dieses Existenzgründerplanspiel wurde initiiert, um junge Erwachsene zur beruflichen Selbstständigkeit zu ermutigen sowie ein positives Gründungsklima zu fördern. Einfach machen anstatt zaudern. Junge Menschen sollen Kreativität und Unternehmergeist sprudeln lassen. Nicht darüber nachdenken, aus welchen Gründen eine Idee scheitern könnte, sondern Wege suchen, wie daraus eine Erfolgsgeschichte wird.

Dass Noemi Filia, Vivienn Frenzel, Lisa Hertenstein und Louisa Schreiber sich dafür entschieden haben, spezielle Bettchen für herzkranke Kinder zu vermarkten, ist dem Zufall geschuldet. Noemis Mutter hat über die Rettungshundestaffel Kontakt zu einer Krankenschwester, die in der Freiburger Kinderklinik Herzpatienten betreut. Diese schilderte den Mädchen, wie gut es diesen kranken Kindern tut, regelmäßig geschaukelt, gestreichelt oder bewegt zu werden. Dem Pflegepersonal bleibt dafür im hektischen Klinikalltag nicht immer so viel Zeit, wie die kleinen Patienten einfordern. Der Einsatz von Technik könnte Abhilfe schaffen, etwa mittels eines Bettchens mit intelligentem Innenleben. Eine der Körperform angepasste Matratze, die von der Form her einem Stillkissen ähneln könnte, würde technisch so ausgestattet, dass sie die kleinen Patienten verwöhnt, Körperwärme simuliert, ihnen hin und wieder sachte den Rücken klopft oder sie hin und her wiegt.

Die Aufgabe der Schülerinnen liegt gleichwohl nicht in der technischen Lösung. Vielmehr müssen sie eine wissenschaftliche Arbeit darüber verfassen, wie ihre Idee zu vermarkten sein könnte. Wie hoch könnte der Bedarf an diesem Produkt sein, wer könnte die Zielgruppe sein, wie könnte deren Interesse geweckt werden, welche Investitionen wären zu erwarten, wäre das Produkt für den internationalen Handel interessant, wären Gewinne zu erwarten?

Sämtliche betriebswirtschaftlich relevanten Fragen müssen von der Bewerbergruppe geklärt und dokumentiert werden. Nicht außer Acht lassen sollte man ökologische Aspekte. Am Ende muss hinterfragt werden, wo man die Geschäftsidee in fünf Jahren sieht. Die Arbeitsschritte sind vorgegeben, auch der Termin, wann das Projekt abgeschlossen sein muss. Die Lenzkircher Firma Atmos unterstützt die Schülerinnen in fachlichen Fragen.

„Das ist eine kreative Aufgabe, die mehr Spaß macht als trockenes Lernen“, erklärt Noemi Filia ihre Begeisterung für das Projekt. Louisa Schreiber sagt: „Endlich mal etwas, bei dem man all das anwenden kann, das wir in BWL und VWL bisher gelernt haben.“ Auch Vivienn Frenzel und Lisa Hertenstein gefällt der Gedanke, eine Aufgabe zu lösen, die man realisieren könnte.

Ihre berufliche Zukunft sehen die vier Gymnasiastinnen allerdings nicht in der Selbstständigkeit. Frenzel will nach dem Abitur ein duales Studium an der Polizeihochschule beginnen. Schreiber könnte sich eine Zukunft als Kriminologin vorstellen. Filia und Hertenstein sind noch unentschlossen. Zunächst aber heißt es für die vier jungen Frauen: Ärmel hochkrempeln für das Gemeinschaftsprojekt – und das auch während der Schulferien.

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