Die Schließung von Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen stellt auch Unternehmen und die Stadt vor bis dato nie da gewesene Herausforderungen. Alle versuchen, sich entgegenzukommen. Bürgermeister Michael Scharf weist darauf hin, dass sich Rechtsvorschriften derzeit permanent ändern. So werden die Berufsgruppen, die Anspruch auf eine Notbetreuung haben, stetig erweitert. Die Pläne für die Betreuung seien festgezurrt. „Das Allerbeste ist aber, wenn es den Familien gelingt, Kinder zu Hause zu betreuen.“ Mit Verweis auf Angebote über soziale Netzwerke warnt der Bürgermeister, dass sich jeder strafbar macht, der momentan Kinderbetreuung in Gruppen anbietet.

Betriebe finden Lösungen

Die Unternehmen finden gemeinsam mit ihren Beschäftigten Lösungen. Bei der Dunkermotoren GmbH behilft man sich mit der Umstellung von Arbeitszeitmodellen oder Schichtwechseln, informiert Personalleiterin Renate Heizmann. „Mitarbeiter, die keine Lösung für die Betreuung ihrer Kinder finden, können ohne große Antragstellung zu Hause bleiben. Arbeiten aus dem Homeoffice werden vorbereitet und dort, wo es sinnvoll und einsetzbar ist, auch genutzt.“ Auch bei der Hectronic GmbH ziehen alle an einem Strang, teilt Personalleiterin Eike Mazuga mit. Man unterstützte Mitarbeiter bei der Lösung etwaiger Betreuungsprobleme und vereinbare individuelle Konzepte. Wo immer es möglich sei, arbeiten Mitarbeiter in ihrem Homeoffice.

Adler am Anschlag

In der Fleischwarenfabrik Adler arbeiten bei der derzeitigen Auftragslage durch den Lebensmitteleinzelhandel alle beinahe am Anschlag. „Die Mitarbeiter in der Produktion sind so gut wie gar nicht von dem Problem der Kinderbetreuung betroffen. In der Verwaltung finden sich Lösungen, indem Beschäftigte teilweise von zu Hause aus arbeiten und die Arbeitszeiten so verlegen, dass die Eltern sich in der Kinderbetreuung abwechseln können“, schildert Firmenchefin Marie-Luise Adler. Allerdings verzeichnet das Unternehmen neuerdings vermehrt Krankmeldungen, die der Angst oder auch dem Verdacht einer etwaigen Coronainfektion zugeordnet werden. Diesen Ausfällen versucht man entgegenzuwirken, indem Mitarbeiter während ihrer Elternzeit akquiriert werden. „Noch haben wir keinen positiven Fall“, zeigt sich Marie-Luise Adler (Stand Mittwoch) erleichtert.

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Für die Stadt Bonndorf sei es überaus schwer, immer wieder neue Änderungen der Rechtsverordnung im Bereich des Abhol- und Lieferservice‘ an private Haushalte zu bewerten, erklärte Bürgermeister Michael Scharf. Die Entscheidung der Verwaltung laute derzeit: Abhol- und Lieferservice ist ab sofort uneingeschränkt (auch nach 18 Uhr sowie auch Eis) erlaubt. Tische und Stühle vor Ort in den Geschäften dürfen nicht benutzt werden.