Smartphones in Kinderhänden sind heute beinahe eine Selbstverständlichkeit. Wobei das Alter, in dem Kinder ein erstes Mobiltelefon besitzen, stetig sinkt. Das erfordere die Verantwortung der Eltern. Das verdeutlichte Michaela Jehle von der Kriminalprävention des Polizeipräsidiums Freiburg in der Vortragsreihe der Schulsozialarbeiterinnen von Bonndorf, Grafenhausen und Stühlingen.

Ziel der Aufklärungsarbeit durch die Polizei ist es, dass Eltern ihren Kindern einen sorgsamen Umgang mit digitalen Medien beibringen und sich gemeinsam mit ihren Kindern damit befassen, erklärt die Polizeimeisterin. Das Internet biete alle vorstellbaren, insbesondere das Darknet aber leider auch alle unvorstellbaren Möglichkeiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Schneller als gemeinhin angenommen werde, landeten Kinder bei der Polizei, weil sie Verbotenes tun. Eine Selbstanzeige sei oftmals der einzige Weg, nicht auf der Anklagebank zu landen. Beleidigungen, Hasskommentare, Sexting, also private Kommunikation über sexuelle Themen mit Nackt- oder Dessousbildern, die teilweise öffentlich gemacht wird, oder Kinder- und Jugendpornografie seien alltägliche Beispiele. All das sei jedoch verboten. Es genüge schon, wenn entsprechende Fotos, Filme oder Nachrichten auf einem Handy feststellbar sind. Woher sie kommen, spiele keine Rolle. Allein der Besitz sei strafbar, die weitere Verbreitung mache die Sache noch schlimmer. Im Landkreis Waldshut sind zwei Kriminaltechniker ausschließlich damit beschäftigt, Schülerhandys auszuwerten, auf denen kriminelle Inhalte festgestellt wurden. Das zeigt die Dimension auf, die die Kriminalität mit digitalen Medien mittlerweile erreicht hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Dass die Nutzung von WhatsApp erst ab 16 Jahren erlaubt ist, scheine kaum zu interessieren. Eltern richteten ihren Kindern diesen Dienst sogar oftmals selbst ein. Persönliche Sicherheitseinstellungen würden vernachlässigt, sodass sämtliche Aktivitäten auf gängigen Plattformen allgemein eingesehen werden könnten. Gefahren für Kinder lauerten überall, egal ob via WhatsApp, Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok oder Youtube kommuniziert wird.

Oftmals erschlichen sich Erwachsene mit falschen Identitäten und kriminellen Absichten das Vertrauen von Heranwachsenden oder ängstigten sie. Vor allem Pädophile wüssten genau, über welche Kanäle sie am besten an Opfer herankommen. Außerdem seien Kinder von Haus aus neugierig. Wenn sie von furchterregenden, skandalösen oder schockierenden Dingen hörten, wollten sie es selbst sehen.

Michaela Jehle appellierte an den Erziehungsauftrag. „Sie müssen mit Ihren Kindern darüber reden! Schauen Sie darauf, was die auf ihrem Handy alles machen“, riet die Expertin den Eltern eindringlich. „Auch ich habe nie für möglich gehalten, dass ich mit Fünftklässlern über Pornografie sprechen muss.“ Zuweilen sei es auch hilfreich, mit den Eltern derjenigen das Gespräch zu suchen, die etwa strafbare Bilder oder Texte verbreiten – im besten Fall sollte dies allerdings nicht per WhatsApp geschehen.

Eine weitere Gefahrenquelle digitaler Medien könnten Spiele sein. Die Polizeimeisterin riet auch hier zu klaren Regeln, und dazu, genau darauf zu achten, was Kinder und Jugendliche spielen. Vor allem jedoch sollten Eltern ihren Kindern im Umgang mit digitalen Medien ein gutes Vorbild sein.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.