Bonndorf – Die katholische Seelsorgeeinheit Bonndorf-Wutach und die Stadt Bonndorf trauern um Eugen Fleig. Der langjährige Dekan, Stadtpfarrer sowie Träger der Ehrenplakette und Ehrenbürger der Stadt Bonndorf ist am 25. Februar im Alter von 88 Jahren an seinem Altersruhesitz in Kippenheimweiler verstorben. Dies teilte die Stadtverwaltung Bonndorf gestern mit.

Eugen Fleig war von 1977 bis 2000 Stadtpfarrer in Bonndorf und betreute auch die Pfarrgemeinde Dillendorf und die Filialgemeinde Wellendingen. Die letzten fünf Jahre seiner Amtszeit wirkte er außerdem als Dekan des Dekanats Oberes Wutachtal. Im November 1995 wurde er vom damaligen Erzbischof Oskar Saier zum Dekan ernannt und wurde damit Nachfolger des Tiengener Dekans Hermann Ehrlenbach. In einem Gottesdienst in der Waldshuter Stadtpfarrkirche wurde dafür ein feierlicher Gottesdienst von Regionaldekan Hermann Schlatter zelebriert. „Dekan und Stadtpfarrer Eugen Fleig nimmt seine Berufung gelassen und in aller Bescheidenheit hin“, schrieb damals der SÜDKURIER.

Pfarrer Eugen Fleig (links), hier beim Besuch in Bonndorf im Rahmen der Primiz von Clemens Blattert. <em>Archivbild: Wiggert</em>
Pfarrer Eugen Fleig (links), hier beim Besuch in Bonndorf im Rahmen der Primiz von Clemens Blattert. Archivbild: Wiggert | Bild: Bild: SK Archiv

Anlässlich seines 70. Geburtstages kündigte er seinen Rückzug auf seinen Altersruhesitz an. Auch die Initiative „Mütter in Not“ entstand aus einer Idee des damaligen katholischen Pfarrers Eugen Fleig, der Rita Schüle die Verantwortung für die Hilfe übertrug. Als Pfarrer Fleig nach Bonndorf kam, klopften viel hilfebedürftige Menschen an seine Tür. Er richtete ein Konto ein und übertrug die Verantwortung für die Verwendung von Spenden an Rita Schüle. „Er hat ein unwahrscheinliches Charisma, immer ein offenes Ohr, immerZeit und Verständnis“, fasste Rita Schüle anlässlich seines 80. Geburtstages seine Vorzüge zusammen.

Diese Zeitung schrieb vor acht Jahren: „Seine überdurchschnittliche Präsenz im Umgang mit Menschen war auch in seinen Predigten zu spüren.“ Er freute sich immer, dass die Leute in Bonndorf „mitgezogen“ hätten, meinte er an seinem 80. Geburtstag. „Ich bin selbst Schwarzwälder und mag die Schwarzwälder eben“,

Sein Wirken in Bonndorf war geprägt von einer ausgesprochen guten Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Pfarrer Eugen Fleig pflegte auch gute Kontakte mit den örtlichen Vereinen und der Stadt Bonndorf. In den letzten Jahren seiner Amtszeit stellte er die Weichen für die Seelsorgeeinheit Bonndorf-Wutach. Für seine besonderen Verdienste um die Bürgerschaft sowie die Mitsorge um die kirchlichen und menschlichen Belange der Pfarreien und der Ökumene wurde Pfarrer Fleig im Jahr 1988 die Ehrenplakette und im Jahr 2010 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Bonndorf verliehen.

So lange es sein Gesundheitszustand zuließ, half Eugen Fleig an seinem Altersruhesitz gerne als Pfarrer in den umliegenden Gemeinden aus. Zu seinem Geburtstag besuchte ihn auch jedes Jahr eine Delegation aus Bonndorf, über deren Besuch er sich immer sehr gefreut hat.

Beisetztung: Die Seelsorgeeinheit Bonndorf-Wutach und die Stadt Bonndorf bieten am Freitag, 2. März, eine Fahrmöglichkeit zur Beerdigung (14 Uhr) an. Abfahrt an der Stadthalle um 11.30 Uhr. Anmeldungen beim Bürgerservice im Rathaus unter der Telefonnummer 07703/938 00.

 

Stationen

Eugen Fleig wurde 1930 in Titisee-Neustadt geboren, machte von 1944 bis 1947 eine Bäckerlehre, legte 1954 das Abitur ab und besuchte das Spätberufenenseminar. 1961 wurde er von Erzbischof Hermann Schäufele in Freiburg zum Priester geweiht. Stationen seines Wirkens waren Ostrach, Ziegelhausen, Untermettingen/Birkendorf und 23 Jahre war er Stadtpfarrer in Bonndorf. (ts)