Der TuS Bonndorf sucht einen neuen Pächter für das Clubhaus beim Waldstadion. Thomas und Diana Bauer hören dort nach sieben Jahren auf. Die Suche nach einem neuen Wirt ist allerdings nicht einfach, denn der Betrieb in Clubgaststätten hat sich generell verändert. Das spüren auch andere Vereine in der Region.

Ungewissheit über das Gästeverhalten

Größte Schwierigkeit beim Betreiben eines Vereinslokals ist die Ungewissheit über das Gästeverhalten. „Früher war es selbstverständlich, dass nach einem Spiel die eigene Mannschaft und der Gegner mitsamt einigen Zuschauern im Clubhaus zusammensaßen. Heute kommt das nur noch selten vor, die Geselligkeit hat spürbar nachgelassen“, schildert TuS-Vorsitzender Norbert Plum die Entwicklung. Selbst die Heimelf bleibe nach dem Spiel nicht mehr zusammen, so wie es mal üblich war. Plum weiß von anderen Sportvereinen, dass inzwischen die wenigsten Clubhäuser einen regulären Pächter haben.

Disponieren von Waren als Problem

Oftmals wirten die Vereinsmitglieder selbst. Das wäre für den TuS allerdings die letzte aller in Frage kommenden Möglichkeiten. Thomas Bauer bringt ein weiteres Problem auf den Punkt: „Man weiß überhaupt nicht, wie man die Ware disponieren soll. Mal hat man nicht genug Wurstsalat und Schnitzel vorrätig, ein andermal bleibt man auf allem sitzen. Er kritisiert auch, dass manche gegnerischen Mannschaften überhaupt nicht in die Gaststätte kommen, sondern ihre eigene Kiste Bier mitbringen, um sie in der Kabine zu konsumieren. Den Müll kann er dann wegräumen.

Thomas und Diana Bauer sind frustriert

Auch nach dem Training ist nur noch selten was los im Clubhaus. Bei Heimspielen am Sonntag brummt der Laden wiederum gelegentlich derart, dass die Bewirtung ohne Mithilfe von Familie und Freunden nicht zu bewerkstelligen ist. Thomas und Diana Bauer sind einigermaßen frustriert. „Manchmal sitzt man stundenlang mit drei Gästen da, trotzdem wird erwartet, dass geöffnet ist.“ Sie räumen gleichwohl ein, dass ihre Motivation im Verlauf der Jahre stark nachgelassen hat. Täglich sind acht Umkleidekabinen zu putzen, insgesamt kommen etliche Stunden monatlich fürs Putzen zusammen. Sowohl Nutzer als auch Besucher des Sportplatzes lassen zunehmend Müll herumliegen, den die Wirte wegräumen. Zeitweilig werden im überdachten Raum hinter dem Clubhaus sogar Partys gefeiert, mit entsprechenden Hinterlassenschaften. Davon haben Thomas und Diana Bauer nun genug. Hinzu kommt, dass sie als Wirte des „Schnitzer“ die Zeit, in welcher das Clubhaus geöffnet hat, eine Sieben-Tage-Woche haben. Der Betrieb in ihrer eigenen Gaststätte und dem dazu gehörenden Biergarten hat überdies zugenommen, auch finden immer mehr Essensgäste den Weg in ihr Lokal. Dieser gestiegenen Nachfrage entsprechend wollen sie dort Konzept sowie Öffnungszeiten ändern. „Wir haben uns diesen Schritt lange überlegt. In Summe hatten wir hier ja auch viele schöne Zeiten“, sagen die Wirte. Dennoch schließen sie zum Rundenschluss Ende November das Kapitel Clubhaus.

Der TuS sucht also spätestens zum Rundenstart 2019 einen neuen Pächter. „Das Lokal ist sehr abgelegen. Davon leben kann keiner, das wissen wir. Ein rüstiges Rentnerpaar mit einer großen Familie im Hintergrund wäre ideal“, sagt Norbert Plum. Wäre der Verein bereit, Spielautomaten aufstellen zu lassen, gäbe es zwar einige Interessierte. Doch das will der TuS auf keinen Fall.

Mehrfacher Pächterwechsel

Mehrfachen Pächterwechsel hatte in zurückliegender Zeit auch der SV Gündelwangen. „Sehr zufrieden“ ist die Vereinsführung, dass seit etwa eineinhalb Jahren Klaus-Dieter Haberstroh und seine Partnerin im Vereinsheim bewirten. „Früher war in den Clubhäusern nach einem Spiel meistens Party bis spät am Abend“, sagt SV-Vorsitzender Thorsten Schübel. Auch er beobachtet, dass sich das stark verändert hat. Ein Problem sieht er ferner darin, dass längst nicht alle Arbeitgeber dulden, wenn jemand in der Freizeit eine Vereinsgaststätte betreibt. Der Wandel der Zeit geht also offenbar auch an den Vereinsgaststätten nicht spurlos vorbei.