Der Gemeinderat Bonndorf befürwortete das Konzept für das Studer-Gelände mehrheitlich. Allerdings: Auch einige Befürworteter der Planung hatten im Vorfeld der Abstimmung deutlich gemacht, dass ihr „Ja“ mit leichten Bauchschmerzen verbunden sei.

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Marika Keßler (BL) wertete eine Umsiedlung des Aldi-Marktes in die Weststadt als Nachteil. „Es ist schlecht, wenn es in der Oststadt keinen Markt mehr gibt“, meinte sie. Und eine Konzentration von Märkten auf dem Studerareal sei ebenfalls kritisch zu sehen. Schon allein deshalb, weil das Verkehrsaufkommen enorm steigen werde. Gernot Geng (BL) machte deutlich, dass es hier um ein Stück Bonndorfer Zukunft gehe. Auch wenn so ein Einkaufszentrum im Westen der Stadt durchaus Nachteile berge, biete sich jetzt durch einen Investor eine einmalige Chance für die Stadt, sich weiterzuentwickeln. Eine Bürgeranhörung, so Geng, sei richtig. Klar sei aber auch, dass es keinen Bürgerentscheid geben werde, denn: „Die Entscheidung wird letztendlich der Gemeinderat treffen.“ Nach Gengs Meinung sollte die Planung weiter voran getrieben werden. Der vorgelegte Planentwurf müsse aber nochmals überarbeitet werden.

Enormer Flächenverbrauch

Werner Intlekofer (Grüne) räumte ein, dass man nicht gerade begeistert sei von dem Konzept. Die Marktansiedlung gehe einher mit einem enormen Flächenverbrauch, und dabei fehle es in Bonndorf an sozialem Wohnungsbau. Wären Sozialwohnungen auf den Marktgebäuden machbar? Über diese Frage, so Intlekofer, sollte mit dem Investor noch einmal verhandelt werden. Trotz der geäußerten Bedenken stimmten die Grünen einer Weiterverfolgung der Planung zu. „Wir wollen hier keine Blockadehaltung einnehmen“, sagte Werner Intlekofer.

Stärkung als Einkaufsstadt

Patricia Schwanke-Kech (BL) gab zu: „Ich war anfangs dagegen.“ Nach längeren Diskussionen habe sie ihre Meinung aber etwas geändert. Das Einkaufszentrum könne durchaus die Bedeutung Bonndorfs als Einkaufsstadt stärken. Völlig überzeugt von der Planung sei sie aber immer noch nicht, dies auch deshalb, weil zu befürchten sei, dass die Innenstadt aussterbe.

Das Projekt könne durchaus wegweisend für Bonndorf sein, meinte Martha Weishaar (CDU). Problematisch sei aber die Tatsache, dass sich das Gebiet im Zangengriff der Wohnbebauung befinde. „Wir sollten auch für andere Entwicklungsmöglichkeiten offen sein“, empfahl die Stadträtin, und machte ferner deutlich: „Es ist auch wichtig, zu wissen, wie die Bürger ticken.“

Investorenkonzept als Chance

„Auch wir haben Bedenken“, sagte Simon Scherble (SPD), der aber auch deutlich machte, dass das Investorenkonzept eine einmalige Chance für Bonndorf darstelle. Außerdem stellte er klar, dass der Discounter Aldi am jetzigen Standort wahrscheinlich keine Zukunft habe. Und auf eine Entscheidung, den Markt zu schließen, habe die Stadt dann keinen Einfluss. Ziel sollte es aber sein, alle Märkte im Ort zu halten.

Ingo Bauer (CDU) sprach von einer Zukunftsvision, der man nicht im Wege stehen sollte. Wie ein Konzept letztendlich konkret aussehen werde, das sei ja noch völlig offen. „Der Gemeinderat hat hier noch alle Zügel in der Hand“, meinte der CDU-Stadtrat.

Grünes Licht für Weiterverfolgung der Pläne

Fazit: Bürgermeister Michael Scharf zog nach der Diskussionsrunde folgendes Fazit: „Klar, jeder hat andere Wünsche, wenn jeder Wunsch berücksichtigt werden soll, kommt man aber nie zum Ziel.“ Seiner Ansicht nach sollte man das Interesse des Investors nicht ausbremsen. Letztendlich gab‘s vom Gemeinderat grünes Licht für eine Weiterverfolgung der Planung.

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