Was geschieht mit dem ehemaligen Studer-Gelände in Bonndorf? Mit dieser Frage beschäftigen sich Stadtverwaltung und Gemeinderat bereits seit Jahren. Derzeit liegt das rund zwei Hektar große Areal brach. In der Ratssitzung legte die Verwaltung eine Planung vor, die eine Bebauung mit Einkaufsmärkten vorsieht: Lidl, Aldi und ein dm-Markt haben demnach Interesse signalisiert, sich dort niederzulassen. Der Gemeinderat konnte sich mehrheitlich mit der Planung anfreunden, wollte aber klargestellt haben, dass noch nichts in trockenen Tüchern ist.

  • Rückblick: Die Idee, ein Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Fabrikgelände zwischen Waldallee und Waldstraße zu etablieren ist nicht neu. Bereits in den Jahren 2014 /2015 gab es entsprechende Überlegungen, ausgelöst durch die Absicht der Familie Schmidt, den Schmidt’s Markt in Bonndorf zu vergrößern. Expansionsmöglichkeiten für den Vollsortimenter wurden auf dem Studerareal gesehen. Auch die ansässigen Discounter Aldi und Lidl hatten damals signalisiert, sich eine Umsiedlung – mit Erweiterung der Verkaufsfläche – auf der Fläche verstellen zu können.

Ausgearbeitet wurden daraufhin zwei mögliche Varianten für das Einkaufszentrum. Die große Lösung würde die gesamte Fläche inklusive des Geländes, auf dem das Feuerwehrgerätehaus und der jetzige Lidl-Markt stehen, in Anspruch nehmen. Das würde bedeuten, der alte Lidl und das Feuerwehrhaus würden platt gemacht. Mindestens vier Märkte würden dann in dem Bonndorfer Plangebiet Platz finden. Die kleine Lösung würde den bereits bebauten Bereich aussparen und sich auf die jetzige Brachfläche beschränken. Der Lidl-Markt bliebe bestehen und ebenso auch das Feuerwehrgerätehaus. Es bliebe dann noch Platz für insgesamt drei Märkte. Da das Studergelände umgeben ist von Wohnbebauung, galt es, eine zu erwartende Lärmbelastung zu untersuchen. Das Ergebnis machte der großen Lösung dann einen Strich durch die Rechnung – die lärmtechnischen Auswirkungen durch den Vollsortimenter Schmidt’s Markt wären zu groß. Der Schmidt’s Markt entschied sich daraufhin für einen Neubau am alten Standort, die übrigen Pläne für das Studerareal waren damit erstmal vom Tisch.

  • Das neue Konzept: Lagen die Pläne für das alte Fabrikgelände nun Jahre in der Schublade, führte das Interesse eines Investors aktuell dazu, die Konzeption neu zu überdenken. Wie Bürgermeister Michael Scharf und Bauamtschefin Nicole Messerschmid in der Ratssitzung am Montagabend erläuterten, könnte man sich vorstellen, die gesamte zwei Hektar große Fläche für die Ansiedlung von Einkaufsmärkten zur Verfügung zu stellen. Drei Märkte hätten Interesse signalisiert: Die Discounter Aldi, Lidl und ein dm-Markt. Der alte Lidl-Markt müsste dann weichen, ebenso das Feuerwehrgerätehaus. Das Gerätehaus entspricht nach Informationen der Verwaltung ohnehin nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Eine Sanierung inklusive einer Erweiterung wären notwendig. Vorstellbar wäre von daher auch ein kompletter Neubau im Osten der Stadt. Grundstücksverhandlungen seien am Laufen, so der Bürgermeister. Marika Keßler regte an, in dem Neubau auch Platz für die DLRG-Ortsgruppe zu schaffen. Ersatz würde auch für das Frida-Kessler-Haus geschaffen, das dem neuen Markt-Konzept zum Opfer fallen würde. Mit den Nutzern des bestehenden Feuerwehrgerätehauses seien bereits Gespräche geführt worden, weitere werden folgen, sagte Scharf.
  • Lärm- und Verkehrsgutachten: Nach Meinung des Rathauschefs habe diese Planung für das Studerareal durchaus Charme. Schließlich sei dann sichergestellt, dass die Discounter Lidl und Aldi in Bonndorf bleiben, neu hinzu käme noch der dm-Markt. Wie Michael Scharf weiter erläuterte, stehen noch Lärm- und Verkehrsgutachten aus. Sollte der Gemeinderat grünes Licht geben, würde die Verwaltung in die konkreteren Verhandlungen mit dem Investor gehen, der bereit sei, einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand zu nehmen. Noch vor Fastnacht, so Scharf, würde man dann die Konzeption bei einer Infoveranstaltung in der Stadthalle den Bürgerinnen und Bürgern vorstellen. Nach den Worten Scharfs werden dort geäußerte Anregungen und Kritik in die dann folgenden Debatten im Gemeinderat einfließen.
  • Abstimmung: Den Aufstellungsbeschluss für die Überplanung des Studergeländes befürwortete der Gemeinderat dann mehrheitlich – bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Der in der Sitzung vorgelegte Plan wurde aber noch nicht gebilligt.