Weltmeisterlich war zumindest die Organisation des zweiten Grümpelturnier des SV Gündelwangen. Während für einige der 15 antretenden Teams der olympische Gedanke, „dabei sein ist alles“, die Prämisse war, kickten andere voller Eifer und Siegeswillen.

Das spiegelte schließlich auch das Ergebnis wider. Als Sieger des Grümpelturniers ging die Bonndorfer Mannschaft „FC Muie“ vom Platz. Nach einem spannenden Finale gegen „Freedi & Friends“, das nach 2:2 sogar mit 9-Meterschießen entschieden werden musste. Mit dem Endstand von 6:4-Toren konnten somit die Vorjahressieger den Wanderpokal nach dem siebenstündigen Turnier wieder mitnehmen.

Einsatz selbst bei Chancenlosigkeit

Die rekordverdächtigen Temperaturen von über 30 Grad, die ab den Vorrundenspielen herrschten, waren geeignet, den Blick von der Weltmeisterschaft in Russland rasch auf die kommende in Katar zu wenden oder eben nach Gündelwangen. Hier war von der ersten Minute an Sportsgeist zu spüren. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn man kämpft, auch bei Chancenlosigkeit. Die „Grashüpfer“ (Damen aus Gündelwangen) waren das zumindest im Spiel gegen „Meine Favoriten“.

Der Ehrentreffer bei neun Gegentoren fiel nahezu in der letzten Minute und die Gündelwanger Damen konnten den Platz hoch erhobenen Hauptes verlassen. Die Mühen lohnten: Sie landet schließlich auf einem ehrenwerten 12. Platz. Die „Füße Gottes“ wiederum waren mit Engagement bei der Sache, als sie in der Vorrunde erst gegen „kaiserlich“ (0:5) antraten und dann gegen „Hot Shots – die dichte Gefahr“. Deren Torwart betrachtete sich immer wieder als Feldspieler. Es war der vermutlich wichtigste Grund, warum er auch Tore kassierte gegen die „Hot Shots“ (13:5).

Richtig ernst wurde es beim Spiel „Meine Favoriten“ gegen „Freedi & Friends“ (4:4). Der Abpfiff von der Tribüne aus erfolgte nach dem Schuss und vor dem Treffer ins Tor der „Freedis“. Bei der folgenden Diskussion wurde erst für und schließlich gegen das Tor entschieden. Das DFB-Regelwerk hielt als Begründung her. Eine leise Ermahnung von Robin Probst von der Turnierleitung, „Haltet mal den Ball flach“, reichte schließlich, um die Gemüter abzukühlen.

Bei einem späteren Austausch beruhigte Mike Kalinasch, ebenfalls Turnierleitung, zusätzlich: „Für beide Mannschaften ist dieses Tor nicht entscheidend“, seien doch die folgenden Gegner für beide mit Links zu besiegen. Es sollte sich bewahrheiten. „Freedi & Friends“ holten schließlich den zweiten und „Meine Favoriten“ den dritten Platz.

„Das ist das erste Mal, dass ich hier spielen kann“, äußerte sich ein glücklicher Hermann Schübel im grünen Dress der Gündelwanger AHs (Platz 10). Denn sein Job beim veranstaltenden Verein war bislang über vier Jahrzehnte im Vorstand, davon die letzten Jahre als Vorsitzender. Während die einen die Wartezeit zwischen den Spielen am Pool verbrachten, gönnten sich die anderen bereits das erste Bier am eigens aufgebauten Ausschankwagen.

Vollen Einsatz zeigt Nuri Ardiclik (links, rosa Trikot), Gündelwangens bisheriger Trainer, im „K-Team“. Mindestens in diesem Spiel gegen die „TSG für 18,99 besoffen sein“, nützte es nichts, denn dieses ging 0:1 verloren.
Vollen Einsatz zeigt Nuri Ardiclik (links, rosa Trikot), Gündelwangens bisheriger Trainer, im „K-Team“. Mindestens in diesem Spiel gegen die „TSG für 18,99 besoffen sein“, nützte es nichts, denn dieses ging 0:1 verloren. | Bild: Gudrun Deinzer

Blessuren bleiben nicht ganz aus

Wermutstropfen dieser Veranstaltung, die mit der folgenden Party bis tief in die Nacht dauern sollte: Zwei Spieler wurden verletzt und mussten ärztlich behandelt werden. Und es hatten sich zwei weitere Mannschaften angemeldet, die aber ohne Entschuldigung fehlten.