Auf dem Gelände der Heizzentrale für das Nahwärmenetz der Solarcomplex AG sollen zwei Gebäudekomplexe für die Unterbringung privater Fahrzeuge entstehen. Auf Pultdächern und an den südwärtigen Gebäudewänden sollen zudem Photovoltaikmodule installiert werden, bestätigte Geschäftsführer Bene Müller. Das Unternehmen plant eine Investitionssumme von 300 000 Euro.

Der Bonndorfer Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung der Bauanfrage der Solarcomplex AG bereits grünes Licht gegeben. Dem weiteren Bauantragsverfahren sieht Bene Müller derweil gelassen entgegen, der Standort der Anlage sei in einem Gewerbemischgebiet vorgesehen.

Errichtet werden sollen aus brandschutztechnischen Gründen zwei Gebäude auf 760 Quadratmeter Fläche – zehn Meter tief und 50 Meter lang sowie zehn Meter tief und 26 Meter lang.

Genutzt werden sollen die Gebäude als überdachte Stellplätze für Privatfahrzeuge wie Oldtimer und Wohnmobile, aber auch kleine Boote seien denkbar, so Bene Müller. Die Fahrzeugboxen sollen mit Strom und Licht ausgestattet werden. Das Gelände werde komplett umzäunt, jeder Mieter eines Stellplatzes erhalte einen Schlüssel.

Die Planung dieser, von der Solarcomplex AG für das Unternehmen als Pilotanlage eingestuften Maßnahme, sieht für die an drei Seiten geschlossenen Gebäude flach geneigte Pultdächer und leicht geneigte Rückwände auf der Südseite vor.

Hier sollen dann Solarmodule mit einer Leistung von insgesamt 180 Kilowatt Peak montiert werden. Bene Müller rechnet mit einem jährlichen Stromertrag von rund 180 000 Kilowattstunden (kWh), was einem durchschnittlichen Jahresbedarf von 50 Haushalten (bei 3600 kWh je Haushalt) entspreche.

Umgesetzt werden soll der Neubau noch in diesem Sommer, bis Ende August. Bene Müller rechnet mit einer zweimonatigen Bauphase für die in holzbauweise zu errichtenden Gebäude. Im Spätsommer und Herbst soll die Anlage dann beworben werden, um private Mieter für die Fahrzeugboxen zu gewinnen. Er sei im Vorfeld der Planung überrascht gewesen, wie groß das Interesse an solchen Boxen sei – dies habe eine Umfrage der Solarcomplex AG in der Region ergeben.

Stadtrat Ingo Bauer (CDU) hatte die Bauvoranfrage in der jüngsten Sitzung zunächst hinterfragt – das Gremium habe doch grundsätzlich die Linie verfolgt, derartig große Flächen nicht mehr überbauen zu lassen, wenn dadurch keine Arbeitsplätze entstehen. Tilmann Frank (SPD) entgegnete, dass dieser Flächenstreifen anderweitig kaum nutzbar sei. Particia Schwanke-Kech (Bürgerliste) hält die Planung für sinnvoll.