Bonndorf Schäden durch Naturereignisse: Hier wird rund um Bonndorf saniert

Naturereignisse wie Regen, Schnee oder Stürme haben auf den Straßen rund um Bonndorf große Schäden angerichtet. In den kommenden Wochen werden unter anderem Richtung Schattenmühle und Steinasäge die Straßen saniert. Insgesamt stehen für die Sanierungsprojekte 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Was Autofahrer wissen müssen, erfahren Sie hier.

Bonndorf – In der Schlucht ist die Erde in Bewegung. Das bekommen nicht nur Wanderer immer wieder zu spüren. Dann nämlich, wenn sie Umwege laufen müssen, weil ein Hang gerutscht ist, oder wie jüngst, sogar ein Strommast in die Wutachschlucht abzustürzen drohte. Auch Autofahrer sind betroffen von den Bewegungen, die in einer solchen, erdgeschichtlich vergleichsweise jungen, Schlucht ganz normal sind.

So ist der Verkehr auf der Landesstraße 170 zwischen dem Abzweig von der B 315 Richtung Schattenmühle und auf der Strecke Richtung Steinasäge seit geraumer Zeit an Rutschungen einseitig zu befahren. Auf dem Weg zur Schattenmühle regelt eine Ampel den einseitigen Verkehr, auf dem zur Steinasäge ist es eine Vorfahrtsbeschilderung. Als Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) nun die Liste der Renovierungsvorhaben bis zum Jahr 2020 vorlegte, waren unter anderem diese Schäden durch Rutschungen dabei. Rund 1,3 Millionen Euro gibt das Land für solche und weitere Sanierungsmaßnahmen in direkter Umgebung von Bonndorf aus (siehe Infokasten).

Das sogenannte Stark-Regen-Ereignis im Sommer 2015 hatte die Rutschungen gefördert, erläutert das Regierungspräsidium auf Anfrage dieser Zeitung. Zwei Rutsche auf der Strecke Richtung Steinasäge hätten bereits im Jahr 2015 saniert werden können.

Der allen Hiesigen bekannte Rutsch kurz nach der Ortsgrenze von Bonndorf Richtung Steinasäge, "konnte bisher nicht saniert werden, da die Sanierung aufgrund der Abbruchkante direkt am Fahrbahn-/Asphaltrand ein anderes Verfahren mit aufwendigerer Planung erfordert", sagt Maren Schäpers vom Regierungspräsidium Freiburg mit Dienstsitz in Bad Säckingen. Einige Rutschungen auf der Strecke Richtung Schattenmühle seien bereits in den vergangenen beiden Jahren saniert worden. Zudem habe es Sicherungsmaßnahmen auf der Hangseite gegeben. Umfangreiche Untersuchungen seien notwendig gewesen.

Bei dem noch vorhandenen Rutsch, handele es sich um eine aufwendige Sicherung: "Diese bedarf einer umfangreichen Planung, die fast abgeschlossen ist", sagt Maren Schäpers. Es ist die größte der angesprochenen Maßnahmen rund um Bonndorf. Diese soll im Spätsommer angegangen werden und bedarf einer Vollsperrung. Auf die Frage, ob die verschiedenen Maßnahmen so koordiniert würden, dass Bonndorf nicht wiederum von allen Seiten schwer anzufahren sei und, wie in den vergangenen Jahren schon geschehen, antworte Maren Schäpers: "Die Maßnahmen werden so aufeinander abgestimmt, dass sich Sperrungen und Umleitungen nicht behindern. Es ist unser Ziel, keine Ortschaften abzuschneiden, ,Sackgassen' zu bilden oder Umleitungen in Umleitungen zu leiten." Zudem arbeite die Behörde bei allen geplanten Sperrungen unter anderem mit der Verkehrsbehörde des Landratsamt Waldshut zusammen, erläutert Schäpers.

Die Baumaßnahmen im Überblick

  • Abfahrt Schattenmühle (L 170): Dies sind die aufwendigsten Sanierungsarbeiten. Die Straße befindet sich auf einer Erdscholle, die auf einer acht Meter tief liegenden Gleitfuge rutscht. Jährliche Seitwärtsbewegungen liegen bei bis zu 30 Zentimetern. 76 senkrechte Bohrpfähle in vier Reihen sollen diese Gleitbewegung künftig verhindern. Beginn der Arbeiten: Spätsommer. Dauer: Acht Wochen. Verkehrsbehinderung: Vollsperrung nötig. Kosten: 650 000 Euro.
  • Bonndorf Richtung Steinasäge (L 170): Für diese Arbeiten wird die Ausschreibung derzeit vorbereitet. In diesem Jahr soll nur der Hang gesichert werden. Eine Sanierung der Fahrbahndecke ist noch nicht vorgesehen, da sich bei einer Nachverdichtung Risse in der neuen Decke ergeben könnten. Beginn der Arbeiten: Spätsommer. Dauer: Drei Wochen. Verkehrsbehinderung: Vollsperrung nötig. Kosten: 250 000 Euro.
  • Brücke über den Steinbach bei Bonndorf ( L170/ BW 8115): Baubeginn: Mitte Juni. Dauer: Vier Monate. Verkehrsbehinderung: Halbseitige Sperrung. Kosten: 180 000 Euro.
  • Amertsfeld – Rothaus (L170): Hier wird die Fahrbahndecke saniert. Baubeginn: Mitte Juni. Dauer: Drei Wochen. Verkehrsbehinderung: Vollsperrung nötig. Die Umleitung erfolgt übe Faulenfürst beziehungsweise Schluchsee. Kosten: 230 000 Euro.

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