Bonndorf Sanierung wird teurer als geplant

Badhofkapelle wird um ein Drittel teurer als berechnet. Die Stadt stellt einen Förderantrag, trotzdem sind Spenden nötig

Über die aktuelle Sachlage betreffend die Sanierung der Badhofkapelle informierten (von links) die Architekten Tobias Bartsch und Andreas Hübner sowie Peter Marienfeld und Hansjörg Adler vom Freundeskreis Kapelle Bad Boll.
Über die aktuelle Sachlage betreffend die Sanierung der Badhofkapelle informierten (von links) die Architekten Tobias Bartsch und Andreas Hübner sowie Peter Marienfeld und Hansjörg Adler vom Freundeskreis Kapelle Bad Boll. | Bild: Bild: Friedrich

Bonndorf (af) Der Freundeskreis zum Erhalt der Badhofkapelle in Boll stellte in einem Pressegespräch die aktuelle Sachlage der Sanierung vor. In der jüngsten Gemeinderatssitzung war die Förderung Thema. Da das Land als Eigentümer der Kapelle sich nicht selbst bezuschussen kann, fungiert die Stadt Bonndorf nun für die nächsten 15 Jahre als Pächter (wir berichteten). Nun gilt es die Förder-Zusage abzuwarten und neue Spender und Sponsoren für die Finanzierung des ehrgeizigen Sanierungsprojektes zu gewinnen.

Voraussetzung für die Erstellung eines Sanierungs- und Nutzungskonzeptes war eine gründliche Bestandsaufnahme und die Vermessung mittels eines 3D-Laser-Scan-Verfahrens. Mit dieser Aufgabe wurde das renommierte Stuttgarter Ingenieurbüro Peter & Lochner beauftragt, in dessen Referenzliste die wieder aufgebaute Dresdner Frauenkirche steht. Tobias Bartsch und Andreas Hübner, beide Architekten bei Holzhaus Bonndorf, erstellten auf dieser Grundlage einen genauen Schadensbericht, der als Basis für die Ausschreibung der einzelnen Sanierungsgewerke diente.

Mittlerweile liegen die Kostenvoranschläge für die einzelnen Baumaßnahmen vor und es ist klar, dass die Rettung der Badhofkapelle um rund ein Drittel teurer wird als geplant. Grund hierfür sind in erster Linie das fehlende Fundament und die geologischen Erdbewegungen. Geplant ist nun, die Kapelle in ein „Eisenkorsett“ zu zwängen, um dauerhaft eine einwandfreie Statik zu gewährleisten. Von außen werden die 25 Millimeter dicken Eisenstangen, mit der die Kapelle längs verspannt wird, nicht sichtbar sein, da sie innerhalb des Mauerwerks verlaufen.

Um den Auflagen des Denkmalschutzes zu genügen, wird der Innenraum der Kapelle mit den ursprünglich verwendeten Materialien originalgetreu restauriert. Gleiches gilt für die Deckenmalereien im einfachen neugotischen Stil.

Die teils großen Risse im Mauerwerk sollen in einem Spezialverfahren mit Epoxid-Harz geschlossen werden. Um das ehrgeizige Sanierungsprojekt vorwärts zu bringen, sucht der Freundeskreis zur Rettung der Badhofkapelle nun weiter nach Spendern und Sponsoren. Auch die Finanzierung einzelner Objekte durch Sponsoren, wie beispielsweise Fenster, Tür oder Glocke ist angedacht. Unter Bezugnahme auf die Lage im Naturschutzgebiet wurde bereits ein Nutzungskonzept erstellt. Vorstellbar wären Ausstellungen über die Wutachschlucht oder der Geschichte Bad Bolls.

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