Bonndorf Sanierung der Kapelle Bad Boll gerät ins Stocken

Freundeskreis der Kapelle Bad Boll strebt Wechsel der Trägerschaft auf das Land Baden-Württemberg an

Den Rückzug der Stadt Bonndorf aus der Projektträgerschaft der Kapelle im ehemaligen Bad Boll nahmen die beiden „Väter“ der Initiative, Hans-Jörg Adler und Peter Marienfeld, „mit Bedauern die unerwartete Entscheidung zur Kenntnis“. Den Beschluss des Gemeinderates können Adler und Marienfeld zwar nicht verstehen, sie suchen aber weiterhin die enge Zusammenarbeit mit der Stadt.

Der Freundeskreis strebt nun eine Übernahme der Trägerschaft durch das Land Baden-Württemberg an, dem das Kapellengrundstück in der Wutachschlucht auch gehört. Die Entscheidung aus dem Regierungspräsidium Freiburg steht aber noch aus. Die beiden Motoren der Initiative für die Restaurierung der denkmalgeschützten und 1889 erbauten Kapelle, lassen sich durch diesen Rückschlag aber nicht von ihrem Ziel abbringen. Sie gehen weiterhin von Gesamtkosten in Höhe von 200 000 Euro aus, auch wenn es Berechnungen der Stadt gebe, die inklusive Außenanlage auf 236 000 Euro kämen. „Unsere Aufgabe ist die Restaurierung, die Außenanlage hätte man auch in Eigeninitiative anlegen können“, sagt Marienfeld.

Sollte das Land die Trägerschaft übernehmen, würden laut Marienfeld allerdings die Leader-Zuschüsse aus dem EU-Topf in Höhe von rund 50 Prozent der Kosten und die Gelder der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, die 40 000 Euro zusagte, wegfallen. Nach seiner Aussage hat die Stadt sich davor gescheut, auf die vom Denkmalschutz gemachte Vorgabe, dass sich die Gemeinde mit 20 000 Euro an den Sanierungskosten beteiligen soll, einzugehen. Ab diesem Zeitpunkt sei die Stimmung gekippt.

Die Rechnung des Freundeskreises war: 90 000 Euro aus dem Leader-Programm, 40 000 von der Denkmal-Stiftung plus der Spendengelder. Die Lücke zu den aktuellen Kostenrechnungen hätte nach den Marienfelds Berechnungen rund 30 000 Euro betragen. „Wir werden unseren Weg weiter gehen und mit Spenden den Sockel für die Sanierung der Kapelle bilden“, erklärt Hans-Jörg Adler. Dabei wird vom Freundeskreis die Marke von 50 000 Euro angestrebt. Zusagen für Geld und Sachspenden lägen vor. Adler ist deshalb nicht nur davon überzeugt, dass dieses Spendenziel geschafft wird, auch die Sanierung der Kapelle könne realisiert werden. Die Grundsanierung (Kosten rund 92 000 Euro) soll in zwei Stufen erfolgen. Die Statik wurde bereits durch Streben im Fundament stabilisiert. Als nächste Maßnahme stünde die Sanierung des Daches auf dem Programm. „Grundsätzlich sind wir daran interessiert, dass die Stadt uns mit ihren guten Beziehungen weiterhilft“, betont Marienfeld. Auch bei der Trägerschaft für das Projekt müssen man sich Gedanken machen, falls das Land eine Absage erteilen sollte. Mögliche Varianten sind ein Verein oder eine Firma, die einspringen könnten.

Was Adler und Marienfeld als Idee aus Ägypten mitbrachten, soll aber auf jeden Fall zu Ende gebracht werden. „Schließlich haben wir viel Zeit investiert und viele positive Reaktionen erhalten“, erklärt Adler. Und er spricht von einer der erfolgreichsten Spendenaktionen in Bonndorf, was das große Interesse an diesem Projekt widerspiegle. Und dies sei schließlich auch eine Abstimmung, die Kapelle als Zeitzeugen für die Stadt und die Region zu erhalten.

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