Bonndorf Pflumeschlucker Bonndorf im siebten Himmel - mit Bildern und Videos!

Ein gelungener Fasnetauftakt fand in der ausverkauften Bonndorfer Stadthalle statt. Die Mischung zwischen Kabarett, Comedy und Show kommt gut an.

Das von Narrenvater Clemens Podeswa verkündete Motto für das Fasnetspiel war schon der „rote Faden“ für das Bühnenspiel am Samstagabend in der ausverkauften Stadthalle: „Fasnet zwischen Himmel und Hölle“. Regisseur Marco Johner brachte mit seinen Darstellern eine Mischung zustande, die den Geschmack des Publikums traf. Ein bisschen schade war, dass der Übergang vom Zwischenspiel zur Aktion auf der großen Bühne etwas zu lang geriet. Unter dem Strich war es ein gelungener Auftakt der Pflumeschluckerfsnet.

Die Pointen setzte Narrenrat Johner in gewohnter Manier: Feinsinniges kam dabei ebenso vor wie politisches Kabarett mit einem Schuss Comedy und Showelementen. Für Letzteres sorgte Antonia Schüler, die ein Gespür dafür hat, ihre Ideen umzusetzen. Für die Männer war das „Jamaika-Bündnis“ in Berlin tänzerisch schon ausgemacht. Und die Frauen setzten den Song von Little Mix „Salut“ perfekt in Szene.

Bei den Zwischenspielen auf der kleinen Bühne, die diesmal schon ein Hauptpunkt waren, glänzten Paul Müller als Petrus, der sich vom Teufel (Georg Schwarz) nur all zu gerne verführen ließ und Engel (Michaela Matt), der ein Auge auf Petrus hatte, damit der seinen Platz an der Himmelpforte am Ende schön brav wieder einnahm.

<strong>Skandalös: </strong>Der Teufel wartet nach dem Diesel-Skandal genüsslich auf die Manager von VW (Wolfgang Knaak) und Audi (Harald Meier).
Skandalös: Der Teufel wartet nach dem Diesel-Skandal genüsslich auf die Manager von VW (Wolfgang Knaak) und Audi (Harald Meier). | Bild: Daniele Schüle

Die Überleitungen des Trios waren gespickt mit Spitzen. So bekamen die Lehrer, zu deren Zunft Regisseur Marco Johner selbst gehört, ihr Fett weg, Sticheleien gegen das Kultusministerium gab es noch dazu: „Dumm fürs Land isch jetzt, dass Kinder schneller zeugt werre könne als Lehrer usbildet“, stellte Engel Michaela Matt fest. Eine Lehrerin war auf dem Weg in die Hölle, weil sie den Himmel auf Erden ja schon gehabt habe. Der Teufel wollte sie aber auch nicht haben, weil sie ihn vor den Schülern immer schlecht gemacht habe. Petrus wollte sie deshalb in Anlehnung an den Münchner im Himmel als „Laufbursche“ für die Kultusminister auf die Erde schicken, die schon lange auf eine Erleuchtung warten.

<strong>Eingangspforten:</strong> Teufel (Georg Schwaz), Engel (Michaela Matt) und Petrus (Paul Müller) diskutierten aus, welcher der Ankömmlinge in den Himmel, wer in die Hölle kommt. <sup></sup>Bilder: Daniele Schüle
Eingangspforten: Teufel (Georg Schwaz), Engel (Michaela Matt) und Petrus (Paul Müller) diskutierten aus, welcher der Ankömmlinge in den Himmel, wer in die Hölle kommt. Bilder: Daniele Schüle | Bild: Daniele Schüle

Originell die Zwischenszene, als Narr (Alexander Matt) via Himmelsleiter den Weg zu Petrus und Engel gefunden hatte. Natürlich wollte der Teufel den Narren für sich haben. Der Kompromiss: Der nach Bier lechzende Narr zeigte Petrus und Teufel die Fasnet in Bonndorf. Glückselig kehrten Petrus und Teufel an ihre Pforten zurück.

Den Diesel-Skandal verkörperten Wolfgang Knaak als VW und Harald Meier als Audi. Klar, dass die beiden in der Hölle landen. Klar auch, dass das „Spottgedicht“ von Jan Böhmermann über den Türkischen Präsidenten in stark abgemilderter Form vom Teufel in witziger Form erzählt wurde.

Auf der Hautbühne ging es um die Bundestagswahl, wobei Lothar Ketterer den Wahlsieg von Angela Merkel und Felix Schreiner im Wahllokal mit Sekt feiern wollte. Wahlhelferin Tanja Rendler bezeichnete die Christdemokraten als „Zeugen Angelas“. Die Verzweiflung eines Wählers machte Uwe Knaak deutlich, der einfach nicht wusste, wo er seine Kreuze machen sollte. Ruth Rheiner kam als Nichtwählerin vorbei, weil’s sonst ja keiner mitbekommt.

<strong>Freischütz: </strong>Das Bonndorer Original Charly Strauß brachte ein satirisches, bayerisches Jägerlied zum Besten. Später trat er als Playboy Hugh Hefner vor die Höllenpforte.
Freischütz: Das Bonndorer Original Charly Strauß brachte ein satirisches, bayerisches Jägerlied zum Besten. Später trat er als Playboy Hugh Hefner vor die Höllenpforte. | Bild: Daniele Schüle

Gelungen auch wieder die Auftritte von Charly Strauß, der mit einem satirischen „bayerischen Jagdlied“ das Publikum amüsierte und später als Playboy Hugh Hefner in die Hölle einfuhr. Am Ende war klar: Seit Günther Öttginger nicht mehr Digital-Kommissar bei der EU ist, geht es mit dem Glasfaserkabel in Bonndorf voran, alle die in Bonndorf Fasnet machen kommen in den Himmel – auch die Höllen-Dämonen. Und die Guggemusik sorgt für den himmlischen Sound.

 

Videos vom Fasnetauftakt der Pflumeschlucker in Bonndorf:

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