Eiserne Hochzeit – das bedeutet 65 gemeinsame Ehejahre. Peter und Elsa Gremmelspacher, geborene Weiler, haben gestern diesen besonderen Ehrentag erlebt. Am Samstag wird Pfarrer Fabian Schneider noch den kirchlichen Segen dazu erteilen und die Familie feiert den Anlass mit sieben Enkeln und einem Urenkel. Vertrautheit und gegenseitiger Respekt – das sind die Grundpfeiler ihres so lange währenden Glücks. Nach 65 Jahren bleibt dem Paar eine tief empfundene Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit und all das Gute, das es erfahren durfte.

Mit 17 in den Krieg eingezogen

Sie kennen sich von Kindesbeinen an. Elsa war die beste Freundin einer von Peters Schwestern. Zunächst jedoch wurde Peter Gremmelspacher 1943 im Alter von 17 Jahren in den Krieg eingezogen. Er kämpfte in der Normandie, ab Dezember 1944 an der Ostfront, und hatte großes Glück, als er, mit erfrorenen Füßen, an Bord eines Schiffes voller Flüchtlinge Anfang 1945 von Danzig nach Dänemark und weiter in ein Krankenhaus nach Flensburg gelangte. Völlig verlaust konnte er dort nach mehr als drei Monaten zum ersten Mal aus seinen Kleidern.

Mit 93 Jahren holen ihn die Erinnerungen ein

In den letzten Kriegswirren geriet er in amerikanische Gefangenschaft. 1946 wurde er an die Franzosen überstellt, bis er am 26. November 1948 heimkehren durfte. Die Horrorszenarien des Krieges und die Entbehrungen verdrängte Peter Gremmelspacher beinahe sein ganzes Leben lang. Nun, im Alter von 93 Jahren, holen ihn die Erinnerungen ein. Er ist überzeugt, dass er nur deshalb so viel Glück hatte, weil seine Tanten im Kloster Gengenbach für ihn beteten.

Der Glaube prägt das Leben

Einen Rosenkranz hatten sie ihm beim Abschied mitgegeben, den er ständig bei sich trug. Bei der Gefangennahme durch die Amerikaner wurde er ihm allerdings abgenommen. „Dieser Rosenkranz hat mein Leben begleitet und meinen Glauben geprägt“, sagt Peter Gremmelspacher. Eine Mitsängerin des Gündelwanger Kirchenchors schenkte ihm vor einigen Jahren, als sie von dieser Geschichte hörte, einen neuen Rosenkranz. Er hat seither im Schlafzimmer der Gremmelspachers einen Ehrenplatz.

Die Anfangsjahre der Familie

Zurück aus der Gefangenschaft, verliebte sich Peter Gremmelspacher in die zwei Jahre jüngere Freundin seiner Schwester. Am 20. August 1954 läuteten die Hochzeitsglocken. Die ersten Jahre lebte das Paar getrennt, denn Peter Gremmelspacher arbeitete in einer Fabrik in Singen, sollte dort auch befördert worden. Doch Elsa wollte nicht nach Singen. Also baute sich das Paar in Gündelwangen ein Eigenheim, wo die drei Töchter aufwuchsen. Die Arbeit in der Fabrik tauschte er 1959 gegen den Wald, wo er nach einer Ausbildung zum Waldfacharbeiter im Dienst des Staatlichen Forstamtes als Haumeister Verantwortung übernahm.

Das Arbeitsleben von Elsa Gremmelspacher

Elsa Gremmelspacher hatte in jungen Jahren einige Jahre in der Bonndorfer Ramie gearbeitet, ehe sie sich ihren Aufgaben als Hausfrau und Mutter widmete. Zusätzlich arbeitete sie in Pensionen, vermietete im Sommer zwei Fremdenzimmer und führte den Dorfladen ihrer Tante, nachdem diese brutal überfallen worden war.

Reisen und das Engagement in Vereinen

Im Jahr 1989 ging das Paar in Rente und genießt seither den Ruhestand, unter anderem bei Reisen. Im Dorf engagierte sich Peter Gremmelspacher 51 Jahre im Kirchenchor, 16 Jahre im Vorstand. Ein Schrank voller Pokale zeugt von seinen Erfolgen als Sportkegler. Elsa Gremmelspacher unterstützte die Landfrauen und hielt sich im Verein mit Turnen fit.